Andere Länder, andere Sitten

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Alexander von Humboldt 

Die Dynamik und Geschwindigkeit im Wirtschaftsleben nimmt stetig zu, internationale Geschäfte sind an der Tagesordnung und in fast jeder beruflichen Position kommt man unweigerlich mit anderen Kulturen in Berührung. Nicht immer muss man ins Ausland reisen, oder längere Zeit dort verbringen, um seine Kontakte zu pflegen. Häufig wird bereits in virtuellen Teams gearbeitet, bei denen die Partner weltweit an gemeinsamen Projekten arbeiten.

Wir sehen die Welt so wie wir sind

Will man interkulturell kompetent handeln, so ist es wichtig sich in der vielschichtigen, multikulturellen Welt zurechtzufinden. Die Voraussetzung für diese Fähigkeit ist, die Einflüsse der verschiedenen Kulturen auf die menschliche Wahrnehmung, das Denken, Empfinden, Urteilen und Handeln zu verstehen. Nur eine aufgeschlossene und neugierige Haltung gegenüber fremden Kulturen und ein kritisches Bewusstsein gegenüber der eigenen kulturellen Prägung ermöglichen gegenseitiges Verstehen und eine Anpassung an fremde Kulturen. 

Anpassung im Ausland - Verlust der eigenen Identität?

Wie verhält man sich nun im Ausland richtig, ohne seine eigene Identität zu verlieren? Soll man sich in Ägypten in einen Kaftan hüllen, in Italien wild gestikulieren, wie es die Art der Italiener ist das Gesagte zu unterstreichen, oder in Frankreich französischer als die Franzosen auftreten?

Ist man in einem kulturell unterschiedlichen Land, so raten Experten sein eigenes Fremdsein möglichst zu minimieren um nicht negativ aufzufallen. Ein gewisses Maß an Fremdsein etwa in Kleidung und Verhalten wird meistens als interessant und anregend empfunden und spiegelt wiederum die eigene Kultur wieder.

Der Schlüssel: Respekt, Toleranz und Neugier

Das Wichtigste um andere Kulturen zu verstehen ist, sich bewusst zu sein, dass die eigene Kultur nur eine von vielen ist, und damit weder besser noch schlechter als andere ist. 

Unsere besuchten Länder:

Ägypten

eine Reise in das Land der Pharaonen...

 

Begrüßung 

Zur Begrüßung geben sich Männer die Hand. Man redet sich gegenseitig mit Titel an. Es ist eigentlich unüblich, dass auch Männer Frauen mit Handschlag begrüßen. Im Verkehr mit Ausländern passen sich aber zunehmend besonders Business-Frauen den Begrüßungsritualen des Gastes an und reichen zur Begrüßung (von sich aus) die Hand. Unter Männer werden auch Wangenküsschen oder Umarmungen ausgetauscht. Als Frau sollten Sie hingegen – vor allem Männern gegenüber – bei einem Lächeln und Kopfnicken bleiben. 

 

Tischsitten 

Gegessen wird zunehmend mit Messer und Gabel. Die ländliche Bevölkerung und Beduinen essen noch nach traditioneller Art mit den Fingern. Benutzt werden dazu Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger ausschließlich der rechten Hand. Niemals die linke Hand zum Essen oder zur Begrüßung verwenden. Sie gilt als unrein, da sie zusammen mit Wasser auf der Toilette das Toilettenpapier ersetzt. Brot dient oft als „Ersatzlöffel“ mit dem einzelne Speisen zum Mund geführt werden. Für jeden Vorgang muss ein neues Stück Brot abgebrochen werden. Nicht dasselbe Stück Brot mehrmals in ein Gericht tunken!
Landesspezialitäten sind Bohnengerichte (Foul), KEBABS und HUMMUS (Kichererbsenpüree). Moslems essen kein Schweinefleisch. Das sollten auch Sie nicht tun, abgesehen davon, dass es schwer sein wird, überhaupt irgendwo Schweinefleisch zu erhalten. Da Ägypten ein islamisches Land ist, wird Alkohol in der Öffentlichkeit nicht getrunken. Jedoch darf er privat und in lizenzierten Lokalen, Bars und Clubs ausgeschenkt werden. Überhaupt gilt Ägypten in puncto Alkohol als eines der liberalen muslimischen Länder. Als Ausländer müssen Sie sich nicht strikt an islamische Regeln halten - achten Sie diese jedoch, wird dies mit Respekt belohnt. Anmerkung: zur Zeit des RAMADAN (Fastenzeit), darf in der Öffentlichkeit nicht gegessen werden. Moslems dürfen im Ramadan erst nach Anbruch der Dunkelheit wieder etwas zu sich nehmen. Es wird auch von Ausländern diesbezüglich Zurückhaltung erwartet. Selbstverständlich dürfen Sie in dieser Zeit tagsüber auch keine Einladungen zum Essen aussprechen (dies gilt auch für das Anbieten von Zigaretten). 

 

Dress-Code 

Zurückhaltende Bekleidung ist meist angemessen. Bei der Auswahl Ihrer Kleidung müssen Sie immer daran denken, dass Sie sich in einem islamischen Land befinden. Auf ein gepflegtes Äußeres wird Wert gelegt, das allerdings nie zu figurbetont, zu knapp oder zu freizügig sein darf. Miniröcke, tiefe Ausschnitte usw. sind zu vermeiden. Nackte Haut zeigen ist tabu, als Richtlinie kann gelten: Schultern, Arme und Knie sollten bedeckt sein, kurze Hosen nur am Strand, Daran müssen Sie sich nicht in Großstädten wie Kairo oder den Badeorten halten, aber diese Kleidung ist auf jeden Fall richtig für den Besuch der ländlichen Gebiete oder von Tempeln und Mooscheen. Westliche Bekleidung wird jedoch in allen modernen Nachtklubs, Restaurants, Hotels und Bars in Kairo, Alexandria und anderen Urlaubsorten akzeptiert, aber nicht unbedingt respektiert. Offizielle oder gesellschaftliche Veranstaltungen und vornehme Restaurants erfordern elegantere Kleidung. 
Sind Sie geschäftlich unterwegs, ist formelle Kleidung ein Muss. Auch wenn es noch so heiß ist: Anzug Krawatte gehören zur Grundausstattung. Schwarz wird ausschließlich zur Beerdigungen getragen. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Eine Einladung auszuschlagen ist ein Affront. Etwas Zeit für Tee und Süßigkeiten sollte man sich immer nehmen. Ägypter sind herzlich, höflich und gastfreundlich und erwarten ähnlichen Respekt auch von ihren Gästen. Einer Einladung muss eine Gegeneinladung folgen. Bei Privateinladungen werden nicht mehr automatisch Schuhe vor dem Haus ausgezogen. Sehen Sie jedoch vorbereitete Pantoffeln oder die Schuhe der Hausbewohner vor der Tür stehen, entledigen Sie sich auch Ihrer Fußbekleidung. Ist ein Gast eingeladen, werden aufwändige und teure Speisen aufgetischt. Isst man als Gast den Teller nicht leer, ist dies ein Kompliment, mit dem man dem Gastgeber für die hervorragende Bewirtung dankt. Vor dem Essen wird der obligatorische Kaffee oder Tee gereicht. Zuerst jedoch wäscht sich jeder die Hände in einer Wasserschüssel, die herumgereicht wird. Am Ende einer Mahlzeit waschen sich alle erneut die Hände. Wenn Sie auf einem Kissen oder auf dem Boden sitzen, nach Möglichkeit den „Schneidersitz“ einnehmen, da Sie dann dem Gegenüber nicht die Schuhsohlen zeigen. Das wäre grob unhöflich. Trotz fortschreitender Liberalisierung ist es nicht unüblich, dass sich Frauen und Männer bei Einladungen getrennt unterhalten, manchmal sogar in unterschiedlichen Zimmern. Wer eingeladen ist, bringt ein Geschenk mit. Blumen und vor allem Alkohol sind tabu. Besser sind Konfekt oder Souvenirs aus Deutschland. Geschenke sollten „adäquat“ sein. Zu teure Mitbringsel würden viele Ägypter angesichts des vergleichweise niedrigen Lohnniveaus in Verlegenheit bringen. Denken Sie insbesondere an kleine Geschenke für die Kinder. Wie immer in Ägypten sollten Sie den Eindruck von Hektik vermeiden, Gastfreundschaft heißt hier: nicht anmerken lassen, dass man eigentlich keine Zeit hat. 

 

Trinkgeld 

Nichts geht in Ägypten ohne Trinkgeld, Bakschisch. Trinkgeld wird allerorten gern genommen und gegeben – manchmal wirkt es auch als „Sesam öffne Dich“. 10 bis 12 Prozent wird auf Hotel- und Restaurantrechnungen aufgeschlagen, ein Trinkgeld von 5 Prozent extra ist üblich. Taxifahrer erwarten 10 Prozent. Decken Sie sich mit ausreichendem Hartgeld ein, jede kleine Dienstleistung kostet einige Münzen. Das Trinkgeld ist Bestandteil des Lebensunterhaltes. Auch für viele Sehenswürdigkeiten verlangen die Ägypter eine Fotogebühr, andernfalls müssen Sie ihre Kamera abgeben. 

 

Businessgepflogenheiten 

Geschäftsbesuche beginnen zumeist mit leichter Konversation und Kaffee oder Tee, um Vertrauen aufzubauen. Die traditionellen Tee- oder Kaffeerunden ziehen sich gewöhnlich über drei Tassen hin. Wer geschäftlich unterwegs ist, beginnt erst dann mit seinem Anliegen. Überhaupt wird viel Zeit auf das Kennenlernen der Geschäftspartner verwendet. Dazu dient auch der Smalltalk während der Teerunden. Als Thema bietet sich z.B. die positive wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens an. Termine sind eher Richtwerte. Ungeduld stößt bei vielen Arabern auf großes Unverständnis. Vermeiden Sie es daher auf schnelle Entscheidungen zu drängen. Mit Druck erreichen Sie überhaupt nichts. Sie würden Ihren Gesprächspartner nur nachhaltig irritieren, Hektik ist unbekannt: Nehmen Sie sich immer Zeit für einen kleinen Plausch. Islamische Bräuche sollten auch im Business respektiert werden. Während des Fastenmonat RAMADAN sind die geschäftlichen Aktivitäten eingeschränkt. Viele Geschäftsleute sprechen Englisch und Französisch, Visitenkarten auf Arabisch sind jedoch ein Kompliment gegenüber dem Geschäftspartner. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Nasenschneuzen bei Tisch gilt als äußerst unappetitlich und grob unhöflich. 
  • Oben ohne zu baden ist an öffentlichen Stränden ein schwerer Verstoß gegen die guten Sitten, In den Gartenanlagen und an den Stränden der Hotels wird es dagegen toleriert, sollte aber auch hier schon aus Gründen der Wertschätzung gegenüber Religion und Kultur unterbleiben. 
  • Zärtlichkeiten auf offener Straße sind verpönt. Dazu gehören auch Händchenhalten und Umarmungen, selbst bei Ehepartnern. Ägyptische Frauen sollten auf keinen Fall Komplimente gemacht werden. Es darf ihnen auch nicht in den Mantel geholfen werden. 
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Gesprächspartner bitte nicht nach dem Befinden der verehrten Frau Gemahlin. Auch das Thema „Familie“ ist tabu.
  • Fotografieren: Heikles Thema in muslimischen Ländern. Zwar verbietet der Koran nicht explizit die Abbildung von Menschen, islamische Geistliche interpretieren jedoch einige Andeutungen des Korans als Bilderverbot. Daher sind Porträts selten (abgesehen vom Regierungsoberhaupt). Moscheen sind mit Ornamenten geschmückt, niemals mit Bildnissen von Heiligen. 
  • Weite Teile der Bevölkerung fürchten überdies den „bösen Blick“. Deswegen lässt man sich ungern fotografieren. Fragen Sie also um Erlaubnis, bevor Sie jemanden ablichten wollen. In Moscheen und an militärischen Anlagen ist das Fotografieren verboten. Wer die Anweisungen von Polizisten und Wachpersonal missachtet, hat mit sehr negativen Folgen zu rechnen. 
  • Schlagen Sie beim Sitzen nach Möglichkeit nicht die Beine übereinander. Auf keinen Fall dürfen Sie Gesprächspartnern die Schuhsohle zeigen. Dies würde als schwer wiegende Beleidigung aufgefasst.

 

Tipps

  •  Die Korallenriffe des Roten Meers stehen unter Naturschutz. Wer Korallen abbricht, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. 
  • Cafès sind immer noch eine Domäne der Männer. Wer als Frau nicht angestarrt oder angesprochen werden will, nimmt zu solchen Orten besser einen Mann als Begleiter mit. 
  • Bei Besuchen in Moscheen müssen die Schuhe ausgezogen werden.

 

Australien

Mit nur 17 Millionen Einwohnern kann man als Urlauber problemlos ungestört und mit der atemberaubenden Natur dieses Landes entspannen und genießen. Auf der anderen Seite locken die pulsierenden Metropolen an der Küste und im Südosten des Landes mit ihrem aufregenden Charme und den vielfältigen Kulturangeboten. Aber auch oder gerade die Ureinwohner des Staates, die Aborigines, mit ihrer ältesten noch existierenden Kultur der Erde, ihrer naturverbundenen Lebensweise und ihrer komplexen Mythologie faszinieren die weitgereisten Besucher des Landes.


Begrüßung 

In Australien wird ein eher lockerer Umgangston gepflegt. Händeschütteln ist nicht üblich. Wird es in Ausnahmefällen doch praktiziert, so machen dies nur Männer. Frauen begrüßen sich untereinander mit einem flüchtigen Wangenkuss. Im Privatbereich genügt es, bei der Vorstellung den Vornamen zu nennen. Im Business stellt man sich zusätzlich mit dem Familiennamen vor, dieser wird danach jedoch relativ schnell wieder weggelassen. Titel, Adelsprädikate usw. sind in Australien unwichtig und werden weder bei der Vorstellung oder Anrede noch auf Visitenkarten genannt. 

 

Tischsitten 

Wie in den USA wird das Fleisch zunächst mit dem Messer und der Gabel in kleine Stücke zerteilt. Danach wird das Messer weggelegt, und man isst die Stücke mit der Gabel. In Pubs und Restaurants ist es üblich, einander abwechselnd einzuladen oder auch einzelne Runden zu übernehmen. Besonders wichtig ist es, Einladungen mit einer Gegeneinladung zu beantworten. 

 

Dress-Code 

Der „Casual Look“ ist in Australien durchaus salonfähig. Im Business geht es allerdings ein wenig förmlicher zu, hier wäre ein Kostüm bzw. ein Anzug anzuraten. Es wird empfohlen beim Erstkontakt auch eine Krawatte anzulegen. In Brisbane trifft man nicht selten auf Geschäftspartner, die Shorts zu Hemd und Krawatte tragen. 

 

Trinkgeld 

Australien ist eines der wenigen Länder in denen Trinkgeld (noch) unüblich ist. Taxifahrer, Friseure usw. erwarten kein Trinkgeld. 

 

Businessgepflogenheiten 

Auch im Business geht man leger miteinander um, besondere Bedeutung wird dem Small Talk beigemessen. Arbeitskollegen und auch Businesspartner treffen sich gerne auch auf ein Gläschen zum „Warm Up“. Das Privat- und das Berufsleben werden jedoch streng getrennt. Außerhalb des Unternehmens wird nicht über die Arbeit gesprochen. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

Australische Gesprächspartner erscheinen gerne leicht unpünktlich. Wer daraus schließt, es mit der Pünktlichkeit nicht allzu streng nehmen zu müssen, wird erstaunt feststellen, dass Pünktlichkeit durchaus einen hohen Wert darstellt und auch erwartet wird. Statusprahlereien, die immaterieller Natur sind, wie Titel oder berufliche Erfolge sind äußerst unbeliebt. Besonders sollten Sie darauf verzichten in der Öffentlichkeit zu rauchen, da dies einen Fauxpas darstellt, und Sie als Suchtmensch darstellt. 

 

Tipps

  • In Australien wird ein offener, durchaus auch konfrontativer Kommunikationsstil gepflegt. Man sagt was man denkt und dies auch sehr direkt. Ein klares Nein wird somit nicht als unhöflich empfunden und man sollte längeres „Drumherumreden“ vermeiden. 
  • Sportlichkeit ist Trumpf, wer sich als uninteressierter Sportgenosse outet, wird dafür wenig Anerkennung ernten. 
  • Besonders beliebt sind Humor und Understatement, sowie ein oftmaliges verwenden der Formel „Thank you“ 
  • Unter Geschäftspartnern wird es sehr geschätzt einen längeren, intensiven Augenkontakt zu halten.

 

Benelux Länder

So ohne weiteres lässt sich sicherlich nicht von den Umgangsformen in den Benelux-Ländern sprechen. Es gibt schon erhebliche Unterschiede, zumal dieses Konglomerat sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen umfasst. Die durch Belgien verlaufende Sprachgrenze zwischen Flämisch und Französisch stellt natürlich gewissermaßen auch eine Kulturgrenze dar, die die romanische von der im weitesten Sinne „germanisch“ zu nennenden Kultur trennt. Es gibt aber doch auch viele Gemeinsamkeiten, die eine Zusammenfassung der Umgangsformen dennoch sinnvoll erscheinen lässt. Wo allerdings wichtige Differenzen bestehen, wird darauf gesondert hingewiesen. 

 

Begrüßung 

NIEDERLANDE/FLANDERN 

Die Begrüßungsrituale werden im flämisch-niederländischensprachigen Teil etwas lockerer gehandhabt als im wallonischen. Man stellt sich mit Vor- und Nachnamen vor und reicht dabei einander die Hände. Es kann aber auch durchaus sein, dass statt des Händeschüttelns ein Kopfnicken oder eine kurze Begrüßungsgeste mit der leicht erhobenen Hand erfolgt. Wie im angloamerikanischen Raum üblich, wird relativ schnell auf eine formale Anrede verzichtet und die Gesprächspartner reden einander mit dem Vornamen an. Titel und Berufsbezeichnungen werden nicht genannt. Überhaupt zeigt sich die Tendenz zum Understatement. Statusprahlereien sind weitgehend unbekannt. Auch auf soziale Herkunft, besondere Ausbildungs- oder Berufsqualifikationen wird im normalen Gespräch kein Wert gelegt. Gleichwohl genießt eine gute Ausbildung hohes Ansehen, sie wird aber niemals besonders erwähnt. Bescheidenes Auftreten ist Trumpf.

WALLONIEN 

Die wallonischen Belgier gelten gemeinhin als konservativ. Man begrüßt sich mit Händeschütteln, Umarmungen sind nur unter Freunden üblich.

LUXEMBURG 

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand und stellt sich namentlich vor. Flüchtig auf die Wange hingehauchte Küsschen und Umarmungen gibt es nur unter guten Freunden. 

 

Tischsitten 

LUXEMBUR

Die Tischsitten entsprechen den französischen – das bedeutet auch, dass man sich beim Essen Zeit lässt und genießt. Bei Tisch wird nicht über Geschäfte gesprochen. Kuchen wird auch zur Kaffeetafel mit Messer und Gabel gegessen.

BELGIEN 

Tischsitten im wallonischen Teil wie in Frankreich, im flämischen wie in den Niederlanden.

NIEDERLANDE 

Tischsitten wie in Deutschland. Nach Hause wird man allerdings seltener eingeladen. Geschieht es dennoch, sollte man vorher gegessen haben. Es werden in der Regel nur Getränke und kleinere Snacks gereicht. 

 

Dress-Code 

BELGIEN 

Zu wichtigen Terminen sollten Sie formell, also in Anzug oder Kostüm, gekleidet sein. Zu festlichen Anlässen trägt man Smoking oder sportlich-elegante Abendgarderobe. 

LUXEMBURG 

Die Garderobe für Ihre Geschäftstermine sollte formell sein. 

NIEDERLANDE 

Wesentlich lockerer als im sonstigen Benelux. Dies gilt besonders für den privaten Bereich. Zu Business-Terminen erscheint man zwar im Anzug mit Krawatte, das Sakko wird jedoch im Eifer der Verhandlungen auch schon einmal ausgezogen. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Wird man zum Essen eingeladen, freuen sich die Gastgeber über einen Blumenstrauß oder ein kleines Geschenk. Gäste sollten pünktlich erscheinen. 

LUXEMBURG 

Anlass und Bekanntheitsgrad bestimmen Art und Wert des Gastgeschenkes. Bei einer privaten Einladung werden keine geschäftlichen Gespräche geführt. Dafür trifft man sich im Büro, im Restaurant oder im Café. 

Trinkgeld 

16 Prozent Trinkgeld ist in der Regel bereits in allen Hotel- und Restaurantrechnungen enthalten. Friseure erwarten 20 Prozent des Rechnungsbetrages (wenn der Service nicht inbegriffen ist). Im Taxifahrpreis ist das Trinkgeld ebenfalls inbegriffen. Für die Garderobe sollte man ebenso ein Trinkgeld geben wie für das Toilettenpersonal. 

LUXEMURG 

15 Prozent Bedienungsgeld ist in den Hotel- und Restaurantrechnungen enthalten. Taxifahrer erwarten 15 Prozent des Fahrpreises als Trinkgeld. 

 

Businessgepflogenheiten 

BELGIEN 

Auf Pünktlichkeit und korrektes Benehmen wird Wert gelegt, generell geht es recht formell zu. Visitenkarten sind gern gesehen. Geschäftssprachen sind Französisch oder Englisch. Der Führungsstil ist eher autoritär und entspricht dem französischen „Patronatsprinzip“. 

LUXENBURG 

Seit 1984 gibt es drei amtliche Arbeitssprachen: Französisch, Deutsch und Letzebuergisch. Gesetzessprache ist Französisch, Geschäftssprachen sind Deutsch und Französisch. Die Höflichkeit gebietet es, auf die Minute genau bei seinen Verhandlungspartnern zu sein. Für Geschäftsreisen ungünstig sind Ostern und die Ferienmonate Juli und August. Visitenkarten sind ein wichtiges Kontaktmedium. Der Führungsstil ist wie in Belgien eher autoritär und entspricht dem französischen „Patronatsprinzig“. 

NIEDERLANDE 

Es kann „Klartext“ geredet werden, langwierige Umschreibungen sind nicht besonders geschätzt. Dennoch werden Absagen freundlich verpackt und erfolgen weniger direkt als in Deutschland. Der Führungsstil ist teamorientiert, Mitarbeiter werden in Entscheidungen mit einbezogen. Geschäftsprozesses dauern daher etwas länger. Die letzte Entscheidungsmacht liegt dann aber doch beim Vorgesetzten. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

BELGIEN: In den Sprachenstreit sollten Sie sich nicht einmischen. Vermeiden Sie es deshalb, in Flandern Französisch zu sprechen, sondern benutzen Sie lieber Deutsch oder Englisch für Ihre Gespräche. In Wallonien sollten Sie Französisch sprechen. 

LUXEMBURG: Luxemburg hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Es gibt also keinen Grund zu Ironie und Besserwisserei. 

 

Tipps 

  • In BELGIEN, besonders in Brüssel und Antwerpen, kommen Feinschmecker auf ihre Kosten. Das Land hat die größte Pro-Kopf-Anzahl von mit Michelin-Sternen gekrönten Restaurants und die größte Auswahl an Bieren in der Welt. Ein entsprechendes Lob kommt immer gut an.
  • NIEDERLÄNDER schätzen es, wen ausländische Gäste zwischen Holland und den Niederlanden zu unterscheiden wissen. Holland ist eine Provinz der Niederlande. 
  • Bescheidenes Auftreten steht in hohem Ansehen. Statusprahlereien, ob materiell oder immaterieller Art (z.B. Ausbildung) sind verpönt. Dies gilt auch für Bewerbungsgespräche. 
  • Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist in den Niederlanden in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verwirklicht.

 

Brasilien

Begrüßung 

Die Brasilianer begrüßen einander mit Handschlag. Wer einer kleinen Gruppe begegnet begrüßt jeden mit Handschlag und verabschiedet sich auch so wieder. Kennt man jemanden näher, so küsst man ihn auf die Wange, wobei sich junge Leute drei Küsse geben, die Eltern werden mit zwei Küssen begrüßt. 

 

Tischsitten 

Bei Tisch wird mit Besteck gegessen, wobei sich die Gabel rechts und das Messer links vom Teller befindet. Das Messer wird ausschließlich zum Schneiden verwendet, gegessen wird mit der rechten Hand. Geht man mit einer Gruppe ins Restaurant, so wird nach dem Essen die Rechnung durch die Anzahl der Personen geteilt. Bestehen Sie niemals auf die genaue Aufschlüsselung der Rechnung, dies gilt als kleinlich. 

 

Dress-Code 

Im Geschäftsleben ist formelle Kleidung angebracht. Besonders bei gesellschaftlichen Ereignissen findet man auf der Einladungskarte Hinweise zur gewünschten Garderobe. Zu festlichen Anlässen werden dunkle Anzüge oder Smokings sowie dunkle Abendkleider getragen. Außerhalb des Geschäftleben gilt besonders für Frauen sich so leger und knapp als möglich anzuziehen. Es darf, ja es muss sogar sexy sein. Am Strand gilt die Devise: Weniger ist mehr! Wer sich mit drei Briefmarken bedeckt, gilt noch als angemessen angezogen. Es ist jedoch verpönt oben ohne am Strand zu liegen, dies gilt erstaunlicherweise als vulgär. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

In Brasilien hört man öfter die Einladung „Komm doch mal vorbei“, die jedoch nicht so ernst genommen werden sollte und eher eine Höflichkeitsfloskel darstellt. Bei einer ernst gemeinten Einladung werden sofort Telefonnummern ausgetauscht um den vereinbarten Termin zu bestätigen. Als Gastgeschenk eignen sich Blumen, Konfekt oder Mitbringsel aus der Heimat. Achtung: Rote Blumen sollten nicht verschenkt werden, da diese als anzüglich gelten. Bei der Verabschiedung öffnet der Gast niemals die Türe, dies gilt als sehr unhöflich und bedeutet, dass er das Haus nie wieder betreten will. Generell gilt, bei Einladungen erscheint man grundsätzlich später als vereinbart und lädt ein Mann eine Frau ein, so übernimmt dieser auch die Rechnung. Trinkgeld 10 bis 15 Prozent Trinkgeld sind angemessen und werden erwartet. Oft ist das Bedienungsgeld bereits in der Rechnung enthalten, dies entspricht jedoch nicht der Regel. 

 

Businessgepflogenheiten 

Im Vergleich zu Europa dauern Verhandlungen wesentlich länger und werden nur von ausgedehnten Restaurantbesuchen unterbrochen. Brasilianer nehmen sich sehr viel, denn Hektik ist unbekannt. Ebenso wird ausführlich Small Talk betrieben, weshalb der Sympathie und den persönlichen Beziehungen eine große Bedeutung zugeschrieben wird. Es ist durchaus höflich kontroverse Meinungen zu äußern, jedoch sollten diese immer humorvoll und charmant vorgetragen werden. Direkte und schroffe Äußerungen sind nicht zu empfehlen. Weiters ist das gesprochene Wort wesentlich wichtiger als schriftliche Unterlagen wie beispielsweise Prospekte oder Beschreibungen. Diese sollten unterstützend und nicht als Schwerpunkt eingesetzt werden. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Es gilt als Ekelerregend, wenn sich jemand am Tisch bzw. öffentlich die Nase putzt. Dies trifft auch für die Benützung von Zahnstochern zu. 
  • Der direkte, fixierende Blickkontakt ist nicht üblich. Auch nicht bei Begrüßungen oder beim Zuprosten.
  • Es wird allgemein als unhöflich betrachtet, persönliche Fragen zum Einkommen, oder dem Alter zu stellen. Ebenso sollten Themen die die Kriminalität oder soziale Probleme betreffen nicht angesprochen werden. 
  • Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist römisch katholisch und sehr gläubig. Es empfiehlt sich deshalb eventuelle atheistische Positionen nicht zu offen anzusprechen. 

 

Tipps

  • Brasilianer sind besonders gastfreundlich und nicht selten wird ein ganzes Essen serviert. Einladungen sollten auf jeden Fall mit einer Gegeneinladung berücksichtigt werden. 
  • Rauchen ist gesellschaftlich akzeptiert und fast überall gestattet. 
  • Persönliche Beziehungen sind besonders wichtig und bilden die Basis für erfolgreiche geschäftliche als auch gesellschaftliche Kontakte. 
  • Im Kontakt mit Behörden und Uniformträger empfiehlt es sich überhöflich mit leicht devoter Tendenz zu verhalten. Brasilianische Autoritäten erwarten einen für unsere Verhältnisse ungewöhnlichen „Gehorsam“.

 

China

Begrüßung 

Zur Begrüßung gibt man sich - anders als etwa in Japan - die Hand. Der Händedruck ist aber wesentlich weicher als wir es gewohnt sind. Bei der Reihenfolge der Begrüßung sind der Rang und das Alter der Gesprächspartner entscheidend. Es ist nicht üblich, Frauen zuerst zu begrüßen. Zuweilen wird ein ausländischer Gast mit Applaus begrüßt. Zum Dank applaudiert man zurück. Der Familienname wird immer zuerst genannt: Beispielsweise wird „Wong Man Ying“ als „Mister Wong“ angesprochen. 

 

Tischsitten 

Bis zu zwölf Gänge werden pro Menü serviert. Es wird durchaus akzeptiert, wenn ein Gast nur wenig zu sich nimmt, es gilt jedoch als höflich, jeden Gang zu probieren. Daher sollte man die einzelnen Portionen so bemessen, dass für die folgenden noch „Platz“ ist. Als Besteck werden Stäbchen benutzt. Das Essen wird in der Mitte des Tisches auf einer Drehplatte serviert. Man füllt sich von den Speisen etwas in eine Schüssel und hält diese beim Essen dicht an den Mund. Nicht essbare Reste wie Knochen und Kerne werden auf den Tisch oder eine flache Schüssel, aber nie zurück in die Reisschüssel gelegt. Nach Beendigung des Essens legt man die Stäbchen sauber auf den Tisch. Trinksprüche werden nicht nur an die Personen am Tisch, sondern manchmal auch an benachbarte Tische gerichtet. Für offizielle Bankette sollte sich der Gast eine kurze Rede zurechtlegen, um auf eine Ansprache des Gastgebers antworten zu können. Am liebsten essen Chinesen gemeinsam. Und sie tun das laut, schmatzend, rülpsend und bisweilen auch spuckend. All diese Geräusche sind Ausdruck des Genusses. Jeder darf mit seinen Stäbchen in die große Schüssel fassen, um sich einen Leckerbissen herauszuangeln. Reis kommt ganz zum Schluss, genauso wie die Suppe. Reis wird als Grundnahrungsmittel betrachtet, das man einem geschätzten Gast nicht unbedingt als erstes serviert. Wenn Sie mit dem Essen fertig sind, legen Sie Ihre Stäbchen auf den Tisch oder den Teller, aber spießen Sie sie auf keinen Fall in den übrig gebliebenen Reis. Dies würde dem Ritus entsprechen, der zur Totenehrung vollzogen wird. Die Reis- sowie die Suppenschüssel dürfen Sie bis zu den Lippen heben, um den Reis schneller in den Mund zu schaufeln bzw. die Suppe zu trinken. Bei feineren Essen gibt es für jedes Gericht einen eigenen Löffel oder Stäbchen, mit denen Sie sich bedienen können. Erhebt Ihr Gastgeber irgendwann das Gläschen mit hochprozentigem MAOTAI (Getreideschnaps), bringt einen Toast aus und leert das Glas in einem Zug, dann müssen Sie mithalten. Sie erheben dann ebenfalls das Glas, rezitieren einen Trinkspruch und fordern die Runde zu „Gan bei“ („Ex“) auf. Ist das Mahl beendet, bleibt niemand lange am Tisch zu gepflegter Konversation sitzen, sondern man verabschiedet sich zügig und geht nach Haus. 

 

Dress-Code 

In der Geschäftswelt gilt Kleidung nicht als Erkennungszeichen für den Rang einer Person in der Gesellschaft. Krawatte und Anzug bzw. ein hochgeschlossenes Business-Kostüm sind notwendig. Zurückhaltende Alltagskleidung ist angemessen, freizügige Kleidung sollte vermieden werden. Bei einigen gesellschaftlichen Anlässen und in manchen Restaurants wird gepflegte Kleidung erwartet. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Als Geschenke eignen sich Obst, Pralinen oder ein Andenken aus der eigenen Heimat. Briefmarken sind ebenfalls ein beliebtes Geschenk. Zu wertvolle Geschenke eines Fremden lehnen die Gastgeber ab. Sind Ihre Mitbringsel eingepackt, kommt es selten vor, dass die Gastgeber sie auspacken, bevor die Gäste gehen. Es ist üblich, Gegeneinladungen auszusprechen. Beim Besuch von Freunden freuen sich die Kinder über kleine Geldgaben. Nur sehr gute Freunde lädt man zu sich nach Hause ein. Mit Bekannten geht man zum Essen aus. Wer in eine chinesische Familie eingeladen wird, sollte nach Möglichkeit keine Blumen mitbringen. Mit frischen Blumen ehrte man bis vor kurzem nur die Toten. Den Lebenden schenkt man etwas Nützliches. Heute wird zwar keine Hausfrau mehr den Blumenstrauß hilflos wegwerfen, aber eine Torte oder Obst als Geschenk wären ihr vermutlich lieber. 

 

Trinkgeld 

Trinkgeld ist in China offiziell verboten und wird manchmal als Beleidigung aufgefasst. In touristischen Zentren wird es jedoch zunehmend beliebter. Hier gilt: 10 Prozent sind angemessen, für besonders guten Service darf es auch mehr sein. 

 

Businessgepflogenheiten 

Terminvereinbarungen sind die Regel, auf Pünktlichkeit wird besonderer Wert gelegt. Bereits eine Verspätung von 5 Minuten wird als grob unhöflich angesehen. Chinesen haben ein Faible für Visitenkarten. Visitenkarten sollten zweisprachig sein (englisch, auf der Rückseite die chinesische Übersetzung). Visitenkarten werden wie in Japan mit zwei Händen und einer Verbeugung überreicht und auch empfangen. Werfen Sie auf jede Ihnen überreichte Karte einen ausgiebigen Blick, bevor Sie sie wegstecken. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Vermeiden Sie es bei Verhandlungen, Ihren Verhandlungspartner unbedacht zu brüskieren. Jede Art von Kritik wird schnell als persönliche Kritik aufgefasst. Oberste Maxime ist es, das Gesicht zu wahren. 
  • Besondere Zurückhaltung ist bei kritischen Bemerkungen über die politische Führung Chinas angezeigt. Keine Sympathie für Taiwan äußern! 
  • Gläubigen in Tempeln und Moscheen sollte man nicht zu nahe rücken. 
  • Liebesbeweise in der Öffentlichkeit sind tabu. Sie lassen die Beteiligten ihr Gesicht verlieren und bringen alle Außenstehenden in Verlegenheit. 
  • „Oben ohne“ am Strand zu liegen ist nur Frauen zu empfehlen, die einmal in der lokalen Zeitung stehen möchten und es lieben, Mittelpunkt von Volksaufläufen zu sein. 

 

Tipps 

  • Den amtlichen Namen „Volksrepublik China“ sollte man auch im Schriftwechsel ausgeschrieben benutzen. 
  • Seien Sie stets geduldig und geben Sie ein positives Feedback, werden sie niemals laut oder ungehalten. Verzichten Sie beim Sprechen auf ausladende Gestik. 
  • Chinesen sind sehr zurückhaltend. Höflichkeit geht vor Vertraulichkeit. Außer in großen Menschenmengen, wo Körperkontakt unvermeidbar ist, wird niemand berührt, den man nicht kennt. Einem Lächeln gibt man in jedem Fall den Vorzug vor einem Schulterklopfen oder einer ähnlichen Geste. 
  • Wenn Sie jemanden fotografieren wollen, müssen Sie ihn vorher um Erlaubnis bitten, notfalls vermittels Zeichensprache.

 

Frankreich

Frankreich - das Land der Weine und der Mode

Wenn man an Mode denkt, denkt man unweigerlich auch an französische Mode und die legendäre Fashion Week in Paris. Frankreich ist aber nicht nur ein Land der Mode, sondern auch ein Land der Weine, des Essens und dem damit verbundenen Genuss. 

 

Begrüßung 

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand, persönlicher ist der Kuss auf beide Wangen. Die Anrede ist Monsieur oder Madame oft ohne Nennung des Familiennamens. Es kann sehr lange dauern, bis man sich mit dem Vornamen anspricht. In der Regel siezt man sich, Titel werden dabei genannt. 

 

Tischsitten 

Bei Empfängen oder Diners gibt der Ehrengast das Zeichen, mit dem Essen zu beginnen. Mahlzeiten werden mit Genuss und in aller Ruhe eingenommen, sie ziehen sich oft lange hin. Im Restaurant wartet man immer, bis der Tisch vom Kellner zugewiesen wird. Das französische Brot (Baguette) wird stets gebrochen, niemals geschnitten. Krümel sind dabei kein Problem. Das Brot darf auch durchaus zum Aufsagen von Saucen verwendet werden. 

 

Dress-Code

Legere Kleidung ist allgemein verbreitet, aber die Franzosen sind auch im „casual“-Bereich für hochwertige Marken bekannt. Bei öffentlichen Anlässen und Abendgesellschaften ist förmliche Kleidung erwünscht; viele Klubs, Kasinos und vornehme Restaurants bestehen ebenfalls auf Anzug und Krawatte; Erwartungen bezüglich Abendkleid bzw. Smoking werden gesondert angezeigt. „Oben ohne“ wird an den meisten Stränden toleriert, FKK ist nur an den dafür eingerichteten Stränden gestattet. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Es wird nur sehr sehr selten vorkommen, dass Sie nach Hause eingeladen werden. Wenn dies dennoch geschehen sollte, wäre es eine besondere Ehre. Seien Sie bei solchen Einladungen nicht zu pünktlich! Lassen Sie dem Gastgeber lieber noch ein paar Minuten Zeit. Blumen, Pralinen und Alkohol sind empfehlenswerte Geschenke. Sie werden meist schon am Morgen der Einladung an den Gastgeber geschickt. 

 

Trinkgeld 

Obwohl der Service fast immer im Rechnungsbetrag von Hotels, Restaurants und Bars enthalten ist (12 bis 15 Prozent Bedienungsgeld) ist es aber üblich, ein paar Münzen (5 bis 10 Prozent), auf dem Tisch zu lassen. Platzanweiser, Gepäckträger, Hotelpagen, Garderoben- und Toilettenpersonal, Friseure und Kosmetikerinnen erhalten Trinkgeld. Taxifahrer erwarten 10 bis 15 Prozent der Fahrtkosten als Trinkgeld. 

 

Businessgepflogenheiten 

Korrekte Kleidung wird erwartet. Vorherige Terminvereinbarung und Visitenkarten sind üblich. Bei geschäftlichen Treffen geht es meistens formell zu. Mitte Juli bis Mitte September sind für Geschäftsreisen nicht geeignet. Von deutschen Besuchern erwartet man, dass sie pünktlich erscheinen – auch wenn dies von französischen Geschäftspartnern selbst sehr locker gehandhabt wird. Geschäftsessen finden in der Regel in Restaurants statt. Dabei wird aber nur der Smalltalk gepflegt. Die wichtigen Punkte der Verhandlung werden erst nach dem Essen beim Kaffee besprochen. Arbeitsergebnisse entstehen eher über persönliche Gespräche und Flexibilität als durch schematisches Abarbeiten festgelegter Tagesordnungspunkte. Amtssprache ist Französisch. Für Korrespondenz und Verhandlungen bevorzugt man auch die französische Sprache. Wenn dies nicht möglich ist, wird Englisch akzeptiert. 
Business-Entscheidungen werden nach langen und sorgfältigen Überlegungen getroffen, genaues Datenmaterial sollte vorgelegt werden. Alle Entscheidungsbefugnis geht vom „Patron“, dem allgewaltigen Chef aus. Delegieren ist weitgehend unbekannt. Auch Teamarbeit und Gruppenkonsens haben eine geringere Bedeutung als zu Hause. Sehr wichtig sind dagegen soziale Netze und Beziehungen sowie persönliche Kreativität als Einzelleistung. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • In öffentlichen Verkehrsmitteln, Kinos, Theatern und Restaurants ist Rauchen verboten. 
  • Französischkenntnisse werden sehr geschätzt, aber: Es gilt als unhöflich, ein Gespräch auf Französisch zu beginnen und dann in einer anderen Sprache weiterzuführen. 
  • Direkte Konfrontationen und Kritik sind zu vermeiden. Ein direktes Nein oder eine offene Ablehnung gelten als extrem unfreundlich.

 

Tipps

  • Als Gesprächsthema empfehlen sich die technischen Leistungen der Franzosen (TGV) oder kulturelle Bedeutung Frankreichs (Geschichte, Musik, Literatur). 
  • Intakte Familienverhältnisse stehen hoch im Kurs. 
  • Die Kommunikation besteht zu einem großen Teil aus stilistischen Feinheiten, Konflikte werden heruntergespielt.

 

Griechenland

Begrüßung 

Das Händeschütteln ist wenig verbreitet, man begnügt sich meist mit einem verbalen Gruß. Gute Freunde werden mit einer Umarmung begrüßt, der evtl. ein Schulterklopfen folgt. Besonders gerne verwenden die Griechen die persönliche Anrede mit dem Namen. Die Grußformeln der Griechen sind sehr herzlich, sie halten sich allerdings mit dem Angebot des „Du“ etwas zurück. Es ist dann aber auch unter Geschäftsfreunden üblich. 

 

Tischsitten 

Die Mahlzeiten sind üppig. Es wird bei Tisch über Gott und die Welt debattiert. Dabei kann es auch schon einmal heftig und sehr emotional zugehen. Solche hitzigen Diskussionen darf man aber nicht als Streit missverstehen. Es wird gerne offen kritisiert, auch die eigene Regierung wird dabei nicht ausgelassen. 

 

Dress-Code 

Freizeitkleidung ist angemessen. Bei offiziellen Anlässen und im Geschäftsverkehr werden jedoch Anzug und Krawatte bzw. Kostüm erwartet. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie heiß es sein mag. Frauen sollten sich bedeckt halten, Dekolletees sind nicht üblich. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Ohne Gastgeschenk nimmt man in Griechenland keine Einladung wahr, lieber sagt man sie unter einem Vorwand ab. Aufwändige Blumengebinde und sehr gute Konfiserien sind ebenso beliebte Geschenke wie Whisky und Obstbrände. 

 

Trinkgeld 

Im gesamten Dienstleistungsbereich sind 12 bis 15 Prozent üblich. 

 

Businessgepflogenheiten 

Termine müssen im Voraus vereinbart und am vorhergehenden Wochentag bestätigt werden. Pünktlichkeit wird gern gesehen, jedoch nicht immer eingehalten. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Die griechische Gastfreundschaft ist schon sprichwörtlich geworden. Das darf man allerdings nicht falsch verstehen. Der Eingeladene begibt sich in eine Abhängigkeitsposition gegenüber dem Gastgeber. Auch wenn sich dies sehr subtil vollzieht: Einladungen sind auch ein Machtinstrument. 
  • Man sollte sich daher auf keinen Fall mehrmals hintereinander ohne Gegeneinladung einladen lassen. Es gilt nicht als unhöflich, Einladungen (sehr höflich und freundlich!) auszuschlagen. Im Gegenteil: Dies wird als charakterstark gewertet. Besonders beliebt sind dabei spielerische „Scheingefechte“ darüber, wer bezahlen darf. 
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen Gebäuden ist das Rauchen untersagt, ansonsten ist es bei allen Gelegenheiten üblich. 
  • Das Zeigen der offenen Hand gilt als beleidigende Geste. 

 

Tipps 

  • Laden Sie so oft Sie können, Ihre Gesprächspartner zum Essen usw. ein. Sie gewinnen dadurch erheblich an Ansehen und stärken Verhandlungspositionen. 
  • Das Zurückwerfen des Kopfes wird von uns oft als Zustimmung bedeutet. Es heißt aber „Nein“. 
  • Die Griechen sind sich ihres reichen historischen und kulturellen Erbes sehr bewusst. Sie ernten Pluspunkte, wenn Sie davor deutlich Ihre Achtung zum Ausdruck bringen. 
  • Sehr beliebt machen Sie sich, wenn Sie ein ganz klein wenig griechisch können.

 

Großbritannien

Begrüßung 

Händeschütteln wird praktiziert, ist aber weniger gebräuchlich als bei uns. Oftmals begnügt man sich mit einem verbalen Gruß. Handelt es sich allerdings um einen Erstkontakt, reicht man sich auch die Hand, insbesondere bei Ausländern. Man macht dabei seinem Gegenüber ein Kompliment und drückt seine Freude über das gegenseitige kennenlernen aus. Wer es gerne etwas förmlicher hätte, der stellt die rhetorische Frage: „How do you do?“ eine solche Frage ist übrigens keineswegs die Einladung zu ausführlichen Schilderungen der eigenen Gesundheit oder des persönlichen Befindens. Es ist eine reine Höflichkeitsfloskel, die keine Antwort erwartet. Man erwidert einfach dieselbe Formel. In manchen Englischbüchern wird übrigens noch die Empfehlung ausgesprochen, auf „Thank you“ mit „Never mind“ zu antworten. Dies empfinden Briten aber eher als unhöflich, denn es heißt so viel wie „Kümmere dich nicht darum“. Wesentlich höflicher ist die Antwort: „You`re welcome“. Briten verzichten bei der Vorstellung auf die Angabe von eigenen Titeln, verwenden sie aber in der Anrede ihres Gegenübers. Beim Erstkontakt stellt man sich noch mit Familiennamen vor und wird auch mit diesem angeredet. In der Regel wird man aber bei folgenden Treffen einander mit dem Vornamen anreden. 

 

Tischsitten 

Bei Tisch wird sich grundsätzlich nicht über Geschäfte unterhalten. Dieses eiserne Gesetz gilt auch für den abendlichen Besuch von Pups und Bars. Über die Arbeit wird nur während der Arbeit gesprochen, Briten trennen sehr fein zwischen Freizeit und Beruf. In Pubs bestellt man sein Getränk an der Theke und bezahlt sofort nach Erhalt. In guten Restaurants wird man vor dem Essen in eine Lounge geführt, nimmt dort einen Aperitif und sucht auch dort das Essen aus. 

 

Dress-Code 

Briten kleiden sich sehr konservativ, dies gilt besonders für die Geschäftswelt. Auch wenn der Arbeitstag in einem feucht-fröhlichen Umtrunk endet, wird niemals die Krawatte abgelegt. Frauen kleiden sich sehr dezent und extrem konservativ. Auffallendes Make-up, Dekolletees und kurze Röcke sind verpönt. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Zu Einladungen erscheint man pünktlich. Private Themen sind weitgehend tabu, man pflegt ausführliche einen humorvollen Smalltalk. Man spricht recht geistvoll über unverfängliche Themen wie Wetter, Urlaub oder Land und Leute. Tiefschürfende Themen sind nicht sonderlich beliebt. Als Gastgeschenke empfehlen sich Pralinen oder eine Flasche Wein. Es ist nicht üblich, Blumen zu verschenken. 

 

Trinkgeld 

Zwar ist in Restaurants und Bars meistens das Bedienungsgeld enthalten, Dienstleister freuen sich aber dennoch bei besonders gutem Service über ein kleines „Tip“. Erwartet werden ca. 10 bis 15 Prozent Trinkgeld vom Rechnungsbetrag. Dies gilt auch für Taxifahrer. Im Hotel gilt die Faustregel: Cirka 80 Cent pro Koffer und zusätzlich ein Trinkgeld für das Zimmerpersonal. 

 

Businessgepflogenheiten 

Geschäftliche Termine werden vorher vereinbart und dann auch pünktlich eingehalten. Gute Englischkenntnisse sind unabdingbar, da Fremdsprachen von Briten in der Regel nicht zu erwarten sind. Obligatorisch ist der Austausch von Visitenkarten. 

 

Verhandlungen 

Der Verhandlungsstil ist „straight“, also ziel- und erfolgsorientiert. Man geht dabei nicht unbedingt nach „Schema F“ und starren Tagesordnungspunkten vor, sondern diskutiert pragmatisch, um schnelle und brauchbare Arbeitsergebnisse zu erhalten. Was einmal beschlossen wurde, gilt. Es ist nicht üblich, nachzuverhandeln oder nach der Einigung weitere Forderungen zu stellen. Als grob unhöflich gelten klare Ablehnungen oder unverhohlene Kritik. Wenn überhaupt kritisiert wird, dann äußerst dezent und eingebettet in Lobeshymnen. Ablehnungen werden sehr geschickt verpackt und häufig mit „Das ist ein interessanter Gedanke…“ eröffnet. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Niemals direkt widersprechen. Der englische Kommunikationsstil ist weit weniger direkt und offen als bei uns. Wer ungeduldig, unfreundlich oder bierernst daherkommt, wird keine Freunde finden. 
  • Man sollte sich bei Geschäften vor einem „verkäuferischen“ Ton hüten, Geschäfte werden nicht aufgedrängt, sondern scheinbar „nebenbei“ erledigt.
  • Briten schätzen den deutschen Diskussionsstil als äußerst aggressiv ein. Üben Sie sich daher in der höflichen und dezenten Diskussion. 
  • Briten sind bekannt für ihren allgegenwärtigen und skurrilen Humor. Insbesondere über Deutsche machen sie sich gerne lustig. Eigenartigerweise sind sie, was persönliche Belangen wie etwa Spott über das Königshaus oder die Erwähnung des Nordirlandkonflikts angeht, alles andere als humorvoll. Hüten Sie sich daher vor entsprechenden Bemerkungen. 

 

Tipps 

  • Humor wird allgemein gepflegt und auch von Besuchern erwartet und wird - wenn er denn vorhanden ist - hoch geschätzt. 
  • Die vorherrschende grammatische Form bei der Meinungsäußerung ist der Konjunktiv. Abgeschwächte Meinungen gelten als besonders höflich. Sie werden eingeleitet durch Formulierungen wie „might“, „could“, „don’t they“. Auch sind häufige Entschuldigungen üblich, selbst wenn einen selbst am Missgeschick gar keine Schuld trifft. 
  • Ein besonders beliebtes Thema ist der Sport. Denken Sie aber daran, dass der britische Nationalsport nicht der Fußball, sondern das Kricket ist.

 

Hongkong

Begrüßung 

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand. Der Händedruck ist wesentlich weicher als bei uns. Der Familienname wird zuerst genannt, „Wong Man Ying! wird als „Mister Wong“ angesprochen. Titel werden in der Anrede genannt. Dies betrifft aber nur die Honoratioren, die jüngere Generation stellt sich häufig mit anglisiertem Vornamen vor. In der Reihenfolge bei der Begrüßung stehen Rang und Alter vor Geschlecht. „Ladies first“ gilt nicht unbedingt. 

 

Tischsitten 

Die Tischsitten entsprechen im Westlichen denen Chinas. 
Besonderheiten: Während einer Mahlzeit prostet man sich häufig zu, jeder neue Gang wird mit einem „Yumi Sing“ eingeleitet. Den Ehrenplatz gegenüber der Tür besetzt der Gastgeber, die Ehrengäste nehmen an seiner rechten und linken Seite platz. Die perfekte Ergänzung zu einem chinesischen Essen ist der chinesische Tee, der ohne Milch und Zucker in kleinen Schalen serviert wird. Auch Bier ist sehr verbreitet. 

 

Dress-Code 

Zwanglose Kleidung wird durchaus akzeptiert. Bei einigen gesellschaftlichen Anlässen und in manchen Restaurants wird gepflegte Kleidung erwartet. Im Geschäftsleben sollten Sie sich nach westlichen Maßstäben kleiden, also Anzug für den Herrn, Kostüm für die Frau. Bei festlichen Anlässen ist die jeweilige Kleiderordnung auf der Einladungskarte vermerkt. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Gesellschaftliche Zusammenkünfte finden in Restaurants und nicht in Privatwohnungen statt. Wenn Sie eingeladen werden, sollten Sie die üblichen Höflichkeitsregeln beachten. Wenn Sie eingeladen worden sind, ist es üblich eine Gegeneinladung auszusprechen. Als Gastgeschenk sind hochwertige Markenartikel sowie Schmuck und Alkoholika wie Whisky, Champagner oder guter Wein sehr beliebt. 

 

Trinkgeld 

Die meisten Hotels und Restaurants berechnen 10 Prozent Bedienungsgeld, darüber hinaus werden oft zusätzlich weitere 10 Prozent Trinkgeld erwartet. Grundsätzlich gilt, Trinkgeld nach Belieben geben. Kleine Extrabeträge für Taxifahrer, Hotel- und Toilettenpersonal sind üblich. 

 

Businessgepflogenheiten 

In Hongkong vereinigen sich westliche Werte und Managementmethoden mit chinesischen Traditionen. Der Arbeitsstil ist sehr zielorientiert, hart und effektiv. Von Geschäftsleuten wird konservative Kleidung erwartet. Die Zurschaustellung von Statussymbolen wie Markentextilien, Uhren usw. gehört zum guten Ton und dient den Gesprächspartnern zur sozialen Kategorisierung ihres Gegenübers. Ausländische Besucher werden sehr gastfreundlich empfangen. Terminvereinbarungen sind üblich, auf Pünktlichkeit wird Wert gelegt. Visitenkarten sollten auf der Rückseite die chinesische Übersetzung aufweisen. Sie werden mit beiden Händen gereicht und empfangen und durch aufmerksames Betrachten gewürdigt. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Sie sollten sich jeglicher kritischen Äußerung gegenüber der sehr konsumorientierter Haltung (siehe auch „Tipps“) der Hongkong Chinesen enthalten. 
  • Vermeiden Sie unbedingt direkte Ablehnung und Konfrontation 
  • Kontroverse Positionen sehr vorsichtig, verklausuliert und erst am Ende einer Verhandlung ansprechen. 

 

Tipps 

  • Die Hongkong-Chinesen lieben die Darstellung ihrer finanziellen Möglichkeiten. Es herrscht eine starke Markenorientierung. Statussymbole werden offen zur Schau gestellt. Bescheidenheit gilt eher als Untugend.
  • Rauchen ist in der Regel gestattet und Nichtraucherzonen sind gekennzeichnet.
  • Die Wahrung von Form und Harmonie gehören zu den wichtigsten Grundlagen des sozialen Lebens. 
  • „Gesicht wahren“ gilt als oberstes Prinzip. 
  • Gratulieren Sie Ihrem (Geschäfts-)Partner schriftlich zum chinesischen Neujahrsfest.

 

Indien

Begrüßung

Die indische Begrüßungsformel lautet „Namasté“, was so viel bedeutet wie „Ich grüsse das Göttliche in Dir“. Dazu faltet man die Hände und verbeugt sich. Allerdings nicht wie in Asien mit dem gesamten Oberkörper, sondern lediglich mit dem Kopf. Für indische Frauen ist es unschicklich, die Hand zum Gruß zu geben. Indische Frauen dürfen nicht berührt werden, auch nicht per Handschlag. Zur besonderen Ehrung älterer Leute berührt man kurz deren Füße. Unter jüngeren Leuten verbreitet sich immer mehr die Sitte, einander einfach nur mit „Hello“ oder „Hi“ zu begrüßen. Eine besondere Höflichkeitsformel in der Anrede bei Männern ist „Shri“ bzw. „Shreemati“ bei Frauen. Bei besonderen gesellschaftlichen Anlässen werden Besuchern oft Blumenkränze umgehängt. Diese werden als Zeichen der Demut vom Empfänger abgenommen und im weiteren Verlauf in der Hand gehalten. 

 

Tischsitten 

Durch die Vielzahl der Nationen und Religionen gibt es in Indien die unterschiedlichsten Essgewohnheiten. Überwiegend (80 Prozent) sind die Inder Hindus, 11 Prozent sind Moslems (8 Prozent Sunniten, 3 Prozent Schiiten), 2,5 Prozent Christen, 2 Prozent Sikhs. Hindus sind Vegetarier oder verzichten zumindest auf den Verzehr von Rindfleisch, da die Kühe bekanntermaßen als heilig gelten. Muslime wiederum essen kein Schweinefleisch und lehnen den Genuss von Alkohol ab. Sikhs und Parsis rauchen nicht. Es ist sehr wichtig, sich mit den jeweiligen Gebräuchen von Gesprächspartner vertraut zu machen und sich diesen, so gut es eben geht, anzupassen. Die Verwendung von westlichem Besteck ist möglich, verbreiteter ist allerdings die Nahrungsaufnahme per Hand. Dazu darf allerdings nur die rechte Hand verwendet werden, da die linke als „unrein“ gilt. Sie ersetzt auf der Toilette das Toilettenpapier, das in Indien unbekannt ist. Gebräuchlich ist auch, Brot gewissermaßen als Ersatzbesteck zu verwenden. Es wird in Soßen getunkt und dient als Transportmittel für Fleisch, Reis und Gemüse. Dazu reißt man ein Stück des Fladenbrotes ab und wickelt damit ausgewählte Häppchen ein. 

 

Dress-Code 

Frauen kleiden sich konservativ und zeigen vor allem wenig Haut. Kurze Röcke, Dekolletees usw. sind verpönt. Auch sollte die Kleidung nicht zu eng und figurbetont sein. Für Männer gibt es – auch im Business – keine Anzugzwang! Legere Freizeitkleidung wird allerdings auch nicht unbedingt gerne gesehen, zumindest steigt der Träger nicht in der Achtung seines Gesprächspartners. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse haben sich Anzughose, Hemd und Krawatte als übliche „Standardbekleidung“ herausgebildet. Zu ganz besonderen gesellschaftlichen Anlässen sollte jedoch auch ein Jackett bzw. Kostümjacke getragen werden. Shorts werden als lächerlich empfunden, bei Frauen sogar als unehrenhaft. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Einladungen zu gemeinsamen Restaurantbesuchen, Cocktailparties, aber auch nach Hause sind an der Tagesordnung. Sie gehören zur sprichwörtlichen indischen Gastfreundschaft. Man nimmt sie gerne an und ist auch bemüht, angebotene Speisen und Getränke nicht zurückzuweisen. Beim Betreten des Hauses entledigen sich Besucher ihres Schuhwerks. Als Gastgeschenke bieten sich Schokolade, Pralinen, Schreibgeräte, Taschenrechner und Mitbringsel aus der Heimat an. An der Höhe des Wertes von Gastgeschenken kann der Gastgeber den Grad der Ehrerbietung durch den Besucher ablesen. Es darf daher durchaus etwas üppiger ausfallen, natürlich ohne den Gastgeber durch übertriebene Ausgaben zu beschämen. 

 

Trinkgeld 

Bedienungsgeld ist bei Dienstleistern nicht im Rechnungsbetrag enthalten. Daher sind 10 bis 15 Prozent Trinkgeld üblich und auch für den Lebensunterhalt des Servicepersonals erforderlich. Bei besonders gutem Service darf es auch etwas mehr sein. 

 

Businessgepflogenheiten 

Visitenkarten werden direkt bei der Begrüßung überreicht und sollten auch auf etwaige Titel verweisen. Die Visitenkarte sollte dem indischen Geschäftspartner mit beiden Händen überreicht werden. Die persönliche Beziehung ist sehr wichtig. Dazu sollte zum gegenseitigen Kennenlernen, das durchaus auch in den privaten Bereich geht, ausreichend Zeit eingeplant werden. Wichtig ist es auch, Geschäftsbeziehungen durch regelmäßige persönliche oder schriftliche Kontakte zu pflegen. Dazu gehören auch Grüße zu den Festtagen. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Niemals den Kopf eines Menschen berühren. Dies gilt besonders für Kinder.
  • Die linke Hand gilt als „unrein“. 
  • Es ist verpönt, offen negative Gefühle zu zeigen. Dazu gehören auch Ungeduld und Verärgerung. 
  • Einladungen niemals ablehnen. 
  • Wenn Ihr Gesprächspartner mit dem Kopf „pendelt“, bedeutet dies kein ablehnendes Kopfschütteln, sondern aufmerksames Zuhören. 
  • Brücken, Bahnhöfe und militärische Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden. Fotografieren in Stammesgebieten ist nicht gestattet. 
  • Gespräche über Pakistan und den Kaschmirkonflikt sollten vermieden werden. 

 

Tipps 

  • Bedenken Sie bei der Auswahl Ihrer Textilien, dass das Thermometer nicht selten über 40°C zeigt und das bei ausgesprochen feuchter Luft. Die Klimaanlagen dagegen sind meistens für unsere Verhältnisse viel zu kühl eingestellt. 
  • Kinder haben einen hohen Stellenwert. Sofern Sie eigene haben, empfiehlt sich die Mitnahme von Fotos.
  • Füße sind „unrein“. Deswegen darf man mit den Füßen nicht auf etwas deuten. Wenn Sie auf dem Boden sitzen, kreuzen sie die Beine, damit Ihr Gegenüber nicht Ihre Sohlen sehen kann. 
  • Tempelbesuche: Die Kaste der Parias und streng genommen auch Fremde haben eigentlich keinen Zutritt zum Hindu-Tempeln. Deswegen Schultern und Knie bedecken sowie die Schuhe ausziehen. Die Jains verbieten bei einem Besuch ihrer Tempel sogar das Tragen von Ledersachen. Das heißt für Sie also: auch Gürtel ablegen! Betreten Sie einen Gurdwara der Sikhs, also den Ort, wo diese Volksgruppe ihre heiligen Schriften aufbewahrt, dann müssen Sie sich den Kopf bedecken. 

 

Iran

Begrüßung 

Händeschütteln ist üblich, allerdings nur unter Angehörigen desselben Geschlechts. Das Händeschütteln dauert, besonders bei befreundeten Personen, wesentlich länger als bei uns. Ziehen Sie daher nicht voreilig Ihre Hand zurück. Männern ist das Ansprechen oder gar Berühren von Frauen (auch per Handschlag!) strikt verboten. Bei der Begrüßung von Frauen muss auch der direkte Augenkontakt vermieden werden. Unter Freunden und dazu zählen auch befreundetet Geschäftspartner, ist auch eine herzliche Umarmung üblich. Der Gastgeber wird zuerst begrüßt „Ladies first“ gilt nicht. In der Anrede verwendet man den Nachnamen sowieso eventuell vorhandene Titel. Die Anrede mit Vornamen ist nicht gebräuchlich. 

 

Tischsitten 

Im Iran ist jeglicher Alkoholgenuss untersagt. Verstöße werden mit unerbittlicher Härte geahndet. Während der Fastenzeit des RAMADAN ist es verboten, in der Öffentlichkeit tagsüber zu rauchen, zu essen und zu trinken. Bei privaten Einladungen sitzen die Gäste während des Essens oft auf dem Boden. Auch die Speisen werden auf dem Boden in große Schüsseln serviert. Zum Essen benutzt man die rechte Hand, die entweder die Speisen direkt zum Mund führt oder mit Hilfe eines Stück Fladenbrotes. In Restaurants und Teehäusern wird meist an Tischen gegessen. Vor jedem Essen und überhaupt bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird Tee serviert. Zum Genuss dieses Tees nimmt man ein Stück Zucker zwischen die Zähen und schlürft dadurch seinen Tee. 

 

Dress-Code 

Im Iran werden die Gesetze des Korans besonders streng ausgelegt. Dies hat insbesondere auch Auswirkungen auf die Kleidung. Für Frauen ist es daher empfehlenswert schon bei der Einreise besondere Kleidervorschriften zu beachten. Alle Körperteile (mit Ausnahme des Gesichts und der Hände) sollten mit leichter Kleidung bedeckt werden. Es ist auch darauf zu achten, dass unter dem Kopftuch nicht allzu viele Haare sichtbar sind. Weiterhin soll die Kleidung nicht köperbetont sein (am besten eignet sich lange, locker-fallende Kleidung wie Leinenhosen oder lange Kleider)  oder die entsprechende Landestracht. Beim Schuhwerk ist darauf zu achten, dass keine Haut sichtbar wird. Sandalen sind daher eher nicht empfehlenswert. Für Männer ist empfehlenswert, keine kurzen Hosen zu tragen. Es sollte ein leichter Anzug getragen werden. Bei Restaurantbesuchen oder offizielleren Anlässen ist die Krawatte ein gern gesehenes Accessoire für Männer. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Sie können davon ausgehen, dass Sie mehrfach täglich in Restaurants und Teehäuser eingeladen werden. Insbesondere Einladungen zu Teehäusern oder überhaupt zu einem servierten Tee dürfen Sie niemals ablehnen. Annehmen heißt aber nicht unbedingt, dass Sie das Glas bis zur Neige leeren müssen. Wenn es Ihnen gar nicht schmeckt, genügt es, wenn Sie das Glas etwa halbleer trinken. Auch wenn es unhöflich erscheint, sollten Sie bei privaten Einladungen die Dame des Hauses, so gut es geht, meiden. Sprechen Sie sie nicht an, schauen Sie ihr nicht in die Augen und erkundigen Sie sich nicht nach dem Werten Befinden. Dies dürfen Sie auch dem Ehemann gegenüber nicht tun. Fragen nach Ehefrau oder Familie sind nicht angebracht. Als Gastgeschenke empfehlen sich Blumen oder Süßigkeiten. Auf keine Fall aber Alkohol, der überhaupt für Sie während Ihres Aufenthalts kein Thema sein sollte. Ein grober Schnitzer wäre auch die Überreichung von gelben Blumen, da dies für Feindschaft steht. 

 

Trinkgeld

Im Iran ist das Bedienungsgeld bereits im Rechungsbetrag enthalten. Drüber hinaus lässt man das Wechselgeld auf dem Tisch liegen. Für besonders guten Service werden 10 Prozent Trinkgeld gegeben, in Teehäusern und kleinen Hotels wird kein Trinkgeld erwartet. 

 

Businessgepflogenheiten 

Bei allen geschäftlichen Anlässen ist formelle Kleidung ein unbedingtes Muss. Zu allen Terminen wird Pünktlichkeit erwartet, auch wenn man es selbst damit nicht immer ganz genau nimmt. Visitenkarten werden nur unter Führungskräften ausgetauscht. Wenn es sich bei den Besuchern um eine Frau handelt, muss dies unbedingt aus der vorhergegangenen Korrespondenz deutlich geworden sein. Verträge und schriftliche Unterlagen sind nicht so wichtig wie das vereinbarte Wort. Persönliche Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen sind die unabdingbare Grundlage für alle Arten von Business. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Verstöße gegen Sitten und Gebräuche sind im Iran nicht nur unhöflich, sondern werden zumeist auch strafrechtlich verfolgt. Dies kann (zum Beispiel bei Ehebruch oder Geschlechtskontakt zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen) bis hin zur Todesstrafe reichen. Lassen Sie daher größte Vorsicht walten, insbesondere auch beim Alkoholverbot. 
  • Seien Sie Frauen gegenüber nicht zuvorkommend oder gar galant. Machen Sie keine Komplimente und helfen Sie Frauen nicht, abgesehen von extremen Notsituationen. Helfen Sie Frauen auch nicht aus dem Mantel etc. 
  • Achten Sie darauf, dass Sie niemanden Ihre Schuhsolen zeigen. Das gilt als grobe Beleidigung. 
  • Besondere Vorsicht gilt auch beim Fotografieren. Öffentliche Einrichtungen dürfen auf keinen Fall fotografiert werden. Da diese nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind, sollten Sie auf das Fotografieren in der Öffentlichkeit ganz verzichten. Wenn Sie jemanden ablichten wollen, müssen Sie ihn vorher unbedingt um Erlaubnis bitten. 

 

Tipps 

  • Lassen Sie am besten alle Abspielgeräte (CD-Player usw.) zu Hause. Verzichten Sie auch auf alle Arten von Tonträgern, da das Abspielen westlicher Musik im Iran verboten ist. 
  • Ebenfalls nicht ins Reisegepäck gehören Video- und Kartenspiele 
  • Ziehen Sie sich beim Betreten von Wohnungen und religiösen Einrichtungen die Schuhe aus. Betreten Sie Moscheen ausschließlich in dezenter Kleidung, die so wenig Haut wie möglich zeigt. Dies gilt auch für Männer! 
  • Sprechen Sie niemals eine Frau an und sei es nur, um nach dem Weg zu fragen. 
  • Verzichten Sie auch unter Ehepartnern auf jeglichen Körperkontakt. 

 

Israel

Begrüßung 

Man begrüßt sich mit Handschlag oder einem freundschaftlichen Schulterklopfen. Es gelten die auch bei uns üblichen Höflichkeitsformen, sie sind allerdings oft weniger förmlich. Nach der Vorstellung verwendet man für die Anrede fast immer den Vornamen. Die gebräuchliche Formel für Begrüßung und Abschied ist „Shalom“. Das bedeutet wörtlich „Frieden“ und wird sowohl im Sinne von „Hallo/Guten Tag“ als auch „Auf Wiedersehen“ gebraucht. Direkter Augenkontakt gilt als charakterstark, die Kommunikation wird durch ausgeprägte Mimik und Gestik illustriert. Titel spielen keine Rolle. 

 

Tischsitten 

Am SABBAT (Freitagabend bis Samstagabend) darf in manchen Restaurants und Hotels nicht geraucht werden. Auf Schildern werden die Gäste darauf hingewiesen. Das hebräische Wort „koscher“ bezeichnet Gerichte, die in Übereinstimmung mit den jüdischen Religionsgesetzen zubereitet sind. Wenn Sie auf Einladungen mit einer Gegeneinladung antworten, sollten Sie dafür ein „koscheres“ Restaurant aussuchen. Lange Reden sind bei Tische ebenso unüblich wie festgeschriebene Sitzordnungen. Es wird nicht unbedingt immer Alkohol getrunken und wenn, dann maßvoll. Ansonsten gelten in etwa unsere Tischsitten. 

 

Dress-Code 

Bekleidung ist leger; religiöse Stätten (ob jüdisch, christlich oder islamisch) sollten jedoch nicht mit Shorts oder kurzen Röcken und bloßen Schultern betreten werden. In Synagogen müssen Männer eine Kopfbedeckung tragen. Von Geschäftsleuten wird förmlichere Kleidung erwartet. Gute Restaurants, Nachtclubs und die Hotelrestaurants erwarten zum Abendessen elegante Garderobe. Auch zu geschäftlichen Anlässen trägt man legere Kleidung. Krawatten sind nicht Pflicht und selbst kürzärmelige Hemden kein Tabu. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Einladungen werden bezüglich der Zeit, des Ortes und des Datums genau festgelegt. Mit der Pünktlichkeit nimmt man es dann allerdings weniger genau. Richten Sie sich auf Wartezeiten von bis zu 30 Minuten ein. Häufig werden Einladungen zum Abendessen ausgesprochen, meistens für Freitagabend oder Samstagnachmittag. Gäste bringen dann kleine Geschenke mit. Bücher sind besonders beliebt. 

 

Trinkgeld 

10 Prozent sind in Restaurants üblich. Das Gesetz schreibt 15 Prozent Bedienungsgeld für Restaurant-, Hotel- und Caférechnungen vor. 

 

Businessgepflogenheiten 

Es werden langfristige uns ausbaufähige Geschäftsbeziehungen angestrebt. Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch. Verhandlungen werden in Englisch oder Französisch geführt. Israelis gelten als sehr gut vorbereitete und hart verhandelnde Geschäftspartner, die gerne lange Diskussionen führen. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Israels Außenpolitik und den Konflikt mit den Palästinensern sollte man nicht thematisieren. 
  • Erscheinen Sie zu geschäftlichen Terminen nicht „overdressed“. 
  • Trotz des harten Verhandlungsstils muss die Gesprächsatmosphäre locker und humorvoll bleiben. Wer zeigt, dass er sich ärgert, verliert an Ansehen.

 

Tipps 

  • Die Achtung von älteren Menschen ist äußerst wichtig. 
  • Trainieren Sie gelassen zu bleiben, auch wenn es vorkommt, dass man Ihnen in hitzigen Debatten ins Wort fällt. 
  • Häufige Unterbrechungen sind typisch für den israelischen Diskussionsstil.
  •  Israelis diskutieren gerne und lang. Drängen Sie nicht auf vorschnelle Verhandlungsergebnisse. 
  • Sehr beliebt sind bissige Witze und Kommentare. Lachen Sie mit, nehmen Sie es nicht persönlich. 
  • Verkäufer sollten ihren Argumentationsschwerpunkt nicht auf den hohen technischen Standart ihrer angeboten Produkte legen. Über technischen Standard diskutiert man in Israel nicht, man setzt ihn als selbstverständlich voraus.

 

Italien

La vita é bella in Bella Italia...

 

Begrüßung 

Das erste Treffen wird noch von einem Handschlag begleitet. Ist man dann näher miteinander bekannt, kommt es auch zu herzlichen Umarmungen. Wenn es etwas offizieller zugeht, grüßt man mit „Buon giorno“ („Guten Tag“) oder „Buona sera“ („Guten Abend“). Unter Freunden ist eher die formlose Begrüßung „Cia“ („Hallo“ oder „Tschüss“) üblich. Titel sind in Italien sehr wichtig, auch wenn ein Akademiker nicht über einen Doktortitel verfügt, wird er gerne mit „dottore“ (weichlich „dotoressa“) angesprochen. Die Anrede mit dem Vornamen liegt zurzeit besonders bei jüngeren Leuten im Trend. 

 

Tischsitten 

Das Essen spielt in Italien eine zentrale Rolle. Wie auch in anderen, stark gruppenorientierten Ländern stellt die gemeinsame Mahlzeit den Höhepunkt des Tages dar. Hier werden die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht und der Familienzusammenhang gepflegt. Gegessen wird oft im Restaurant, Einladungen nach Hause sind aber ebenfalls häufig. Italiener sind beim Essen alles andere als schweigsam; alles wirbelt bunt durcheinander und man entwickelt eine erhebliche Lautstärke. Gegessen wird wie bei uns, wobei man auch schon einmal ein Stück Pizza (die übrigens eigentlich eine Vorspeise ist) mit der Hand essen darf. Verzichten Sie nach Möglichkeit darauf, Spaghetti mit Gabel und Löffel zu essen oder gar durchzuschneiden. Der Spott seitens ihrer Tischgenossen wäre ihnen sicher. Cappuccino wird nur zum Frühstück genossen und niemals nach dem Essen. Da ist nur Espresso erlaubt. Rechnungen werden immer für den gesamten Tisch gestellt. Niemals auf Einzelabrechnung oder genaue Zuordnung von individuellem Verzehr und Einzelabrechnung pro Person bestehen. 

 

Dress-Code 

Hochwertige Freizeitkleidung ist weit verbreitet. Shorts, ärmellose Tops und Badeanzüge gehören jedoch an den Strand. Beim Betreten von Kirchen und bei Besuchen auf dem Lande wird korrekte Kleidung erwartet. Auf schriftlichen Einladungen wird bekannt gegeben, welche Kleidung erwünscht ist. Italiener kleiden sich nicht nur tadellos und elegant, sondern auch stets modisch „up to date“. Wer als Fremder auf diesem Gebiet mithalten kann, dem ist die Achtung der Einheimischen sicher. Auch bei hohen Temperaturen entledigen sich Geschäftsleute nicht ihres Sakkos und ihrer Krawatte. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Die Einladung zum Mittagessen ist der Mittelpunkt der italienischen Gastfreundschaft. Es kann durchaus zwei bis drei Stunden dauern. Man hält vereinbarte Zeiten ein, sollte allerdings ein bisschen Geduld mitbringen. Neben Blumen (niemals Chrysanthemen, sie stehen für Krankheit und Tod) sind Wein und Schokolade als Präsente angebracht. Wer Blumen als Gastgeschenk wählt, sendet sie schon am Vormittag an die Gastgeber. 

 

Trinkgeld 

Bedienungsgeld und Umsatz- bzw. Aufenthaltssteuern sind in den Hotelrechnungen enthalten. Das Bedienungspersonal erwartet zusätzlich 5 bis 10 Prozent Trinkgeld. Das Gleiche gilt für Friseure, Taxifahrer, Gepäckträger usw. Businessgepflogenheiten Amtssprache ist Italienisch. Südtirol ist offiziell zweisprachig, es wird aber überwiegend Deutsch gesprochen. In den Grenzgebieten zu Frankreich und zur Schweiz wird Französisch gesprochen. Im Geschäftsleben sind Terminvereinbarungen üblich. Pünktlichkeit wird erwartet, allerdings weniger streng als in Deutschland. Ministerien und fast alle Behörden schließen bereits um 13.45 Uhr. Beamte sind nachmittags ohne vorherige Terminvereinbarung nicht erreichbar. Die Hierarchien sind weniger flach als bei uns, es gilt das Autoritätsprinzip. Mitarbeiter werden zwar in Entscheidungen mit einbezogen, das letzte Wort hat aber immer der Chef. Auf kultiviertes und stilvolles Auftreten wird mehr Wert gelegt als auf überpünktliches Erscheinen und verbissenes Abarbeiten von Tagesordnungspunkten. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • In öffentlichen Gebäuden, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Kinos ist Rauchen verboten. - Vorsichtsmaßnahmen gegen Diebstahl sollten getroffen werden, besonders in den Großstädten. Klagen darüber kommen allerdings nicht besonders gut an. 
  • Die Mafia ist für uns ein spannendes Thema. Für Italiener wenige. Deshalb sollte sie kein Gesprächsstoff sein. 
  • Introvertiertes Verhalten wird nicht besonders geschätzt. 
  • Obwohl zu jeder Gelegenheit Wein genossen wird, ist es verpönt, „einen über den Durst“ zu trinken. Es empfiehlt sich also, zum Alkohol immer ausreichend Wasser zu trinken, um nicht betrunken zu werden. 

 

Tipps 

  • Die römisch-katholische Kirche hat in Italien auch heute noch einen starken Einfluss auf die Sozialstruktur. Respektieren Sie diese uns vielleicht antiquiert erscheinende Frömmigkeit. 
  • Der Familienzusammenhalt ist bedeutend stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern 
  • Networking mit einflussreichen Personen ist die Grundlage jedes erfolgreichen Handelns. 
  • Mit Italienern kommt man leicht ins Gespräch, auch wenn man die Sprache nicht beherrscht. Ein beliebtes Thema sind Kinder. Wer eigene hat, ist gut beraten, Fotos bei sich zu tragen und sie bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu präsentieren. 
  • Mit Komplimenten gehen die Italiener - verglichen mit den Deutschen - geradezu inflationär um. So wird jede Frau als „Bella donna“ hofiert. Deutsche Biederkeit hat hier wenig Chancen. Trainieren Sie daher ihren Charme, loben Sie vie und versuchen Sie überhaupt bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein positives Feedback zu geben.

 

Japan

Japan ist ein Land der Gegensätze. Einerseits bekannt durch das rasche Wachstum von Technologien legt es sehr viel Wert auf althergebrachte Rituale und Traditionen. Zwar reist nicht jeder persönlich für einen Businesstermin nach Japan, jedoch gibt es bereits im Vorfeld und bei der Vorbereitung von Besuch aus Japan einiges zu beachten. Schlürfen? Gern. Schmatzen? Geht gar nicht. Beim Gehen essen? Unanständig. Als Gaikokujin, als Nicht-Japaner, wartet auf Urlauber an jeder Ecke ein Fettnäpfchen…

Alte Socken 

Wer Schweißfüße hat, wird in Japan nicht glücklich – und vermutlich nie wieder dorthin reisen. Ständig muss man überall seine Schuhe ausziehen: in Privatwohnungen, in Umkleidekabinen und in Restaurants beispielsweise. Wenn dann die Socken müffeln, wird es peinlich. Japaner achten sehr auf Körperhygiene – und mangelnde Fußpflege ist ganz besonders tabu. Also lieber frische Socken zum Wechseln nach einer dreistündigen Besichtigungstour dabeihaben – aber bitte dann die ohne Löcher. 

 

Schlüsselbegriff Respekt 

In Japan ist die Hierarchie viel wichtiger als im deutschsprachigen Raum, weshalb die Unterschiede zwischen Chef und Mitarbeiter sehr stark ausgeprägt sind. Der gewünschte Respekt zeigt sich auch in der Geste Anweisungen sofort Folge zu leisten. Beispielsweise die gewünschten Kopien direkt zu machen, die gewünschten Unterlagen sofort zusammen zu stellen oder auch den Geschäftspartner sofort zurückzurufen. Den Bitten und Anweisungen der japanischen Geschäftspartner sollte man nicht der Reihe nach entsprechen, sondern die Bitte des Ranghöchsten sofort erledigen und sich erst dann wieder den anderen Aufgaben zuwenden. 

 

Visitenkarten Knigge 

Visitenkarten haben in Japan eine besondere Bedeutung. Wenn Sie eine Karte erhalten, sollten Sie ebenfalls eine Karte überreichen. Wichtig dabei ist, die Karte mit beiden Händen entgegenzunehmen und zu überreichen, damit der Name gelesen werden kann. Ebenso muss beachtet werden, die Karte nicht in die Tasche zu stecken, bevor man das Gespräch beginnt, sondern sie vor sich auf den Tisch zu legen. 

 

Begrüßung

Die Begrüßung erfolgt in Japan über eine Verbeugung, wobei die Hände außen an die Oberschenkel gelegt werden. Das Händeschütteln ist nicht üblich, wobei sich viele Japaner bei geschäftlichen Treffen in Europa der Kultur anpassen, sich verbeugen und gleichzeitig die Hände schütteln. Erwidern Sie den Händedruck nicht zu fest. Angesprochen wird man in Japan mit dem Nachnamen, an den die Höflichkeitssilbe „San“ angehängt wird. 

 

Tischsitten 

Bei dem Besuch von Restaurants wird ausnahmslos an der Kasse gezahlt. Sind Sie mit Japanern unterwegs so bestellt der Gastgeber für seine Gäste. Außerdem füllt man nicht sein eigenes Glas, sondern schenkt immer zuerst seinem Nachbarn ein. Vor dem Essen wird gewöhnlich im Sommer ein heißes und im Winter ein kaltes Tuch für die Reinigung der Hände gereicht. Männern ist es erlaubt sich auch über das Gesicht zu wischen. Die traditionellen Stäbchen werden in der rechten Hand gehalten. Nach dem Essen sollten sie die Stäbchen keinesfalls senkrecht in den übrig gebliebenen Reis stecken, da dies der Grabbeigabe eines Totenritus entspräche. Die Reis- bzw. Suppenschüssel darf man bis zum Mund führen, was die Nahrungsaufnahme mit Stäbchen wesentlich erleichtert. Beachten Sie, dass es als höflich gilt, so viele Speisen als möglich zu probieren. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

Vermeiden Sie ein zu direktes Auftreten, da Japaner Zurückhaltung in allen Lebenslagen sehr schätzen. So gilt es als verpönt öffentlich gegenseitige Zuneigung zu zeigen. Beim Überbringen von Geschenken verpacken Sie diese nie in Weiß, da Weiß die Farbe des Todes ist. Generell sollten Sie das Wort „Nein“ vermeiden und auf klare Ablehnungen verzichten. Wer seine Verärgerung, oder andere Gefühle offen zeigt verliert sein Gesicht. Zeigen Sie niemals mit dem Finger auf Personen, da dies einen Fauxpas darstellt. 

 

Tipps

  • Japaner gehen davon aus, dass Ausländer nicht alle Feinheiten ihrer Kultur und Traditionen kennen, weshalb es umso mehr geschätzt wird, wenn man mit einigen Werten vertraut ist.
  • Lächeln ist die oberste Maxime – selbst bei der Überbringung von schlechten Nachrichten.
  • Vor Toiletten finden Sie oft Pantoffeln, die Sie bei Ihrem Toilettenbesuch anziehen sollten. Außerdem können japanische Toiletten nicht verschlossen werden. Um festzustellen ob besetzt ist, klopft man vorsichtig. Kommt von innen dann ebenfalls ein Klopfgeräusch wissen Sie, dass besetzt ist. 
  • Die Emanzipation ist in Japan noch nicht sehr weit fortgeschritten, weshalb sich Frauen nicht wundern sollten, ignoriert zu werden und es akzeptieren ein paar Schritte hinter dem Mann zu gehen.
  • Haben Sie japanische Freunde oder Geschäftspartner, dann ist es ein absolutes Muss Kartengrüße für das neue Jahr zu versenden. 
  • Sprechen Sie nicht zu laut und minimieren Sie ihre Gestik und Mimik. 
  • Zeigen Sie niemals Ungeduld oder Ärger.

Malaysia

Begrüßung 

Die ältere Generation begrüßt sich mit einer Grußformel ohne Handschlag. Jüngere Leute geben einander die Hand, besonders wenn ihr Gegenüber ein Ausländer ist. Der Handschlag ist aber wesentlich weicher als bei uns. Frauen gibt man grundsätzlich nicht die Hand, es sei denn, sie würde von sich aus das Händeschütteln einleiten. Wenn man auf eine größere Gruppe trifft, verbeugt man sich leicht. Das gilt auch, wenn man an einer Gruppe vorbeigeht oder sich von dieser verabschiedet. Muslime grüßen mit „Salam“ und sprechen die Männer mit „Encik“, unverheiratete Frauen mit „Cik“ und Ehefrauen mit „Puan“ an. Chinesen und Inder grüßen eher europäisch. 

 

Tischsitten 

Malaysia ist ein Vielvölkerstaat. Er vereinigt Völker und Traditionen Asiens, Indiens, Chinas, Indonesiens und der islamischen Welt. Sie werden daher auch die unterschiedlichsten Speisen und Essgewohnheiten vorfinden. Da die meisten Malaysier Muslime sind, gelten allerdings vorwiegend die Tischsitten des Orients. Auf Schweinefleisch wird daher in der Regel ganz verzichtet, ein großer Teil der Bevölkerung ernährt sich aber rein vegetarisch. Gegessen wird mit Stäbchen, Besteck oder den Händen, je nachdem, in welchem Kulturkreis Sie sich gerade aufhalten. Allgemein gilt, dass die linke Hand unrein ist und nur die rechte zum Essen benutzt werden darf. 

 

Dress-Code 

Legere Freizeitkleidung ist sehr populär, sie darf aber niemals zuviel Haut preisgeben. Malaysier achten auch hier auf bekannte Marken, mit No-Name-Labels wird man wenig Achtung erzielen. Besonders wichtig ist in Malaysia, dass Kleidung stets sauber und gut gebügelt ist. Abends geht es sehr elegant zu, wobei allerdings nicht unbedingt Krawattenzwang besteht. Das allgegenwärtige Batikhemd wird als vollwertiger Ersatz angesehen. Im Business ist allerdings korrekte Geschäftskleidung erforderlich. Dazu zählt aber auch der klassische Safarianzug. Frauen sind nicht den ganz strengen Kleidungsvorschriften des Islams unterworfen wie zum Beispiel dem Kopftuchzwang; kurze Röcke, bloße Arme und Dekolletees sind allerdings verpönt. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Einladungen nach Hause sind weit verbreitet. Sie stehen etwa gleichwertig neben den Restauranteinladungen. Beim Betreten eines Hauses zieht man an der Tür die Schuhe aus. Pünktliches Erscheinen wird nicht erwartet. Man hat einen relativ großzügigen Zeitbegriff, was sich auch an dem ausnahmslos verspäteten Beginn von Veranstaltungen zeigt. 
Angebotene Erfrischungen, gleich welcher Art, müssen unbedingt angenommen werden. Sie werden mit zwei Händen gereicht und auch empfangen. Die Frage der Gastgeschenke richtet sich stark nach der religiösen und nationalen Ausrichtung der Gastgeber. Verzichten Sie in jedem Fall aber auf Alkohol und schenken Sie Chinesen keine Blumen. Hochwertige Markenartikel bieten sich ebenso an wie kleine Souvenirs. Chinesen und Inder werden Ihre Gastgeschenke nicht sofort auspacken. Alle anderen Nationen werden das Geschenkpapier schon bei der Übergabe lüften. 

 

Trinkgeld 

Trinkgeld ist üblich und liegt etwa bei 10 Prozent, obwohl eigentlich schon im Rechnungsbetrag 10 Prozent Bedienungsaufschlag und 5 Prozent Regierungssteuer enthalten sind. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld.

 

Businessgepflogenheiten 

Geschäftliche Termine müssen vorher vereinbart werden. Pünktlichkeit wird erwartet. Visitenkarten werden gerne und oft verteilt. Wichtig ist es, bei der ersten Begrüßung Visitenkarten auszutauschen, aus denen deutlich der Kompetenzrahmen und die Position der Geschäftspartner hervorgeht. Visitenkarten werden aufmerksam studiert und mit beiden Händen überreicht und auch empfangen. Der Arbeitsstil ist hart und sehr effektiv. Die Wirtschaft Malaysias gehört zu den erfolgreichsten der Welt. Dennoch gilt auch hier das Primat von Form und Harmonie. Eine offene Ablehnung oder ein klares Nein sind in Malaysia völlig unmöglich. Es wird eher eine falsche Antwort gegeben als zugegeben, dass man etwas nicht weiß oder anderer Meinung als der Gesprächspartner ist. Verhandlungen ziehen sich für unsere Begriffe endlos hin. Wer darüber die Geduld verliert oder hektisch wird, hat verloren. Nichts wird in Malaysia geringer geschätzt als Ungeduld oder unbeherrschte Gefühlswallungen. Keinesfalls dürfen Sie Produkte oder Organisationsformen Ihres Gegenübers oder gar Ihren Gesprächspartner selbst in welcher Form auch immer kritisieren. Von entscheidender Bedeutung ist die Vertrauenswürdigkeit der Geschäftspartner. Diese wird im Gespräch und vorher durch die Einholung von Informationen geprüft. Wichtig ist auch, dass die Gesprächspartner nicht wechseln, da jeder neue Businesspartner erst wieder auf Herz und Nieren geprüft werden muss. 
Verhandlungen beginnen zunächst mit allgemeinen Themen und Fragen. Danach kommt es zu einer umfangreichen Darstellung der Gemeinsamkeiten. Hier werden Differenzen noch nicht thematisiert. Bevor die Gegenseite ihren Standpunkt vertritt, würdigt sie in angemessener Form die Qualität der vorgetragenen Argumente. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Entsprechend streng werden islamische Bräuche gehandhabt. Verstöße werden rigoros geahndet. Wer in der Öffentlichkeit raucht, Kaugummi kaut, die Straße verschmutzt oder sie nur unachtsam überquert, hat mit teilweise drakonischen Strafen zu rechnen. Der Erfolg ist überall sichtbar: Wohl nirgends auf der Welt sind die Straßen so sauber wie in Malaysia 
  • Malaysia ist sehr prüde. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind verpönt. Homosexualität ist unter Strafe gestellt. Bikinis sind nicht gerne gesehen, „oben ohne“ ist überall verboten.
  • Den Anordnungen von Soldaten und Polizisten ist unbedingt Folge zu leisten, besonders wenn es um das Fotografierverbot geht. 

 

Tipps 

  • Einladungen in Karaoke-Bars sind an der Tagesordnung. Wenn Sie dort englischsprachige Lieder mitsingen, sammeln Sie wichtige Pluspunkte.
  • Halten Sie Ihre Gefühle unter Kontrolle. Zeigen Sie weder Wut, Verärgerung noch Freude, Trauer oder sonstige starke Gemütsregungen. 
  • Vermeiden Sie schnelle Bewegungen oder wildes Gestikulieren.

 

Mexiko

Begrüßung

Die Begrüßung per Handschlag ist üblich. Unter Freunden sind auch Umarmungen und Küsse möglich. Man stellt sich namentlich vor und verwendet dabei auch Titel, Ämter und Funktionen. Diese werden auch in der Anrede und auf Visitenkarten verwendet. 

 

Tischsitten 

Bei Tisch wird eine rege Konversation gepflegt, die aber Geschäftliches ausklammert. Es empfiehlt sich, mit geschäftlichen Themen so lange zu warten, bis der Gastgeber von sich aus damit anfängt. Salzstreuer würden nie von Hand zu Hand weitergereicht - dies würde Unglück bedeuten. Man stellt sie nach Gebrauch wieder zurück auf den Tisch und der Nächste bedient sich. Rauchen bei Tisch ist üblich und wird allgemein akzeptiert. 
WICHTIG: Man erhebt sich nach dem Essen erst, wenn der Gastgeber die „Tafel aufgehoben“ hat. Auf eigene Initiative die Runde zu verlassen, wird als unhöflich betrachtet. 

 

Dress-Code 

Mexikaner kleiden sich sehr formal. Auch bei großer Hitze sind dunkle und gedeckte Farben angesagt. Frauen tragen ein Kostüm und Männer einen Anzug, auch schon einmal ohne Krawatte. Nur bei eindeutig privaten Anlässen kann auf legere Freizeitkleidung zurückgegriffen werden. 

 

Trinkgeld 

Bedienungsgeld ist normalerweise in Rechnungen nicht enthalten. Das Personal bestreitet seinen Lebensunterhalt allein durch Trinkgeld. Dies beträgt in der Regel 15 bis 20 Prozent vom Rechnungsbetrag, bei besonders gutem Service auch schon einmal mehr. Taxifahrer, Friseure und Hotelpersonal erhalten 10 bis 15 Prozent. 

 

Businessgepflogenheiten 

Hierarchien haben in Mexiko eine wesentlich höhere Bedeutung als in Österreich. Es ist üblich, dass der Chef die Initiative übernimmt und im Gespräch mit seinen Mitarbeitern auch die Themen vorgibt. Trotzdem sind solche Gespräche auf eine bestimmte Art und Weise lockerer als bei uns. Die Hierarchie darf zwar nie außer acht gelassen werden, aber die Themen sind persönlicher, es gibt keine so klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Man spricht nicht nur über Fußball, sondern auch über die Familie und über Privates. Als Einstieg für solche Gespräche ist es nützlich, Fotos des Ehepartners, der Kinder oder auch der Eltern mitzunehmen, um sie dann bei passender Gelegenheit präsentieren zu können. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

Als größte Untugend gilt in Mexiko die Ungeduld. Zeigen Sie insbesondere nie, dass Sie sich über die Unpünktlichkeit Ihrer Gesprächspartner ärgern. Der Augenkontakt bei Gesprächen und Begrüßungen ist in Mexiko wesentlich kürzer als bei uns. Bringen Sie Ihren Gesprächspartner daher nicht durch intensiven Augenkontakt in Verlegenheit.
Niemals gelbe Blumen verschenken – diese sind allein den Toten vorbehalten. Körperkontakt ist in Mexiko wesentlich intensiver als bei uns. Weichen Sie daher nicht zurück, wenn Ihnen ein Gesprächspartner „zu nahe tritt“, längere Zeit Ihre Hand schüttelt, Ihre Schulter klopft oder Sie gar umarmt. 

 

Tipps 

  • Höfliches Auftreten wird in Mexiko sehr geschätzt 
  • Fragen Sie vor dem Fotografieren – besonders der indianischen Urbevölkerung – stets, ob Einwände gegen das Ablichten bestehen
  •  Ausländische Besucher machen sich sehr beliebt, wenn sie wenigstens die Grundlagen der spanischen Sprache beherrschen.

 

Polen

Begrüßung

Die Begrüßung erfolgt per Handschlag, Frauen wird zuweilen auch mit einem Handkuss geschmeichelt. Kennt man sich schon ein wenig besser, kann es auch zu einer Umarmung kommen (auch unter Männern). Ein Man wird mit „Pan“ („Herr“) vor den Nachnamen, eine Frau mit „Pani“ („Frau“) angesprochen. Auf Titel wird besonderer Wert gelegt, man nennt sie vor dem Nachnamen. Im Geschäftsleben oder anlässlich formeller Gespräche wird der Titel auch allein ohne Nachnamen in der Anrede verwendet. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie mit „Direktor“ oder „Herr Geschäftsführer“ angesprochen werden, es werden gerne in der Anrede Positionsbezeichnungen verwendet.

 

Tischsitten

Gemeinsame Restaurantbesuche sind sehr häufig. Beim Essen wird nicht viel geredet, doch danach sitzt man oft noch zu einem Gespräch zusammen. Beim Abendessen ist es üblich, dass der Gastgeber einen Trinkspruch auf den Gast ausbringt, den dieser erwidern sollte. Es wird oft und gerne Wodka getrunken. Die Gläser werden in einem Zug geleert („ex“) und angebrochene Flaschen nicht wieder zurückgestellt. Wer also nicht besonders trinkfest ist, muss darauf achten, dass sein Glas nicht zu voll geschenkt wird.

 

Dress-Code

In Kleidungsfrage sind die Polen etwas konservativer als die Deutschen. Daher sollte die Kleidung möglichst zurückhaltend sein, sie darf jedoch leger sein. In Restaurants oder zu besonderen Anlässen geht es allerdings eleganter zu als bei uns. Im Geschäftsleben sind Anzug/Krawatte bzw. Kostüm ein Muss.

 

Trinkgeld

Bedienungsgeld ist nicht im Rechnungsbetrag enthalten. Personal im Restaurant, Taxifahrer, Friseure usw. erwarten 10 bis 15 Prozent.

 

Businessgepflogenheiten

Amtssprache ist Polnisch. Es wird vielfach auch Deutsch oder Russisch gesprochen. Englisch ist von der älteren Generation nicht zu erwarten. Jüngere Leute sprechen Englisch, haben aber in der Regel keine Russisch-Kenntnisse mehr. Die wichtigste Grundlage für Business-Partner ist Vertrauen und eine persönliche Beziehung. Legen auch Sie darauf besonderen Wert und planen Sie Zeit ein, um diese Vertrauensbasis wachsen zu lassen. Der Ton in der Kommunikation ist eher zurückhaltend, wichtig sind oft auch die leisen Töne. Versuchen Sie stets „zwischen den Zeilen“ zu lesen.

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • In einigen öffentlichen Gebäuden (z.B. Bahnhöfe) besteht Rauchverbot.
  • Militärische Anlagen, Industriegebäude und Verkehrsknotenpunke, die mit einer durchgestrichen Kamera gekennzeichnet sind, dürfen nicht fotografiert werden.
  • 90 Prozent der Polen sind katholisch, die meisten davon sehr religiös.

 

Tipps

  • Die Unterschiede zwischen Stadt- und Landleben sind erheblich, die Landbevölkerung ist streng religiös und ihr Lebensstil traditioneller.
  • Wichtige Pluspunkte kann man durch die Beherrschung einiger polnischer Wörter und Grußformeln sammeln.
  • Als dankbare Gesprächsthemen bieten sich die Denkmalpflege und Restauration an. Polen hat dafür sogar als einziges Land auf der Welt einen eigenen Lehrstuhl.

 

Russland

Begrüßung 

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand mit einem ungewöhnlich starken Händedruck. Erst wenn Sie die Knochen ihres Gesprächspartners knacken hören, hat er den Eindruck, einem charaktervollen Menschen gegenüber zu stehen. Auch bei offiziellen Anlässen gehört dies zur allgemeinen Höflichkeitsform. Eine Umarmung ist nicht selten, allerdings auf enge Freunde beschränkt. Der sowjetische Bruderkuss kommt zwar noch vor, (übrigens in Georgien immer noch Standard) ist aber eigentlich „out“. Frauen begrüßen einander auch gerne mit „Küsschen links, Küsschen rechts“. 
Bei Begrüßungen wird immer die Rangordnung beachtet und Titel und Auszeichnungen, soweit sie bekannt sind, werden genannt. Es gilt nicht immer unbedingt „Ladies first“. Es gilt als höflich, Gesprächspartnern mit Namen anzusprechen. Erkundigen Sie sich daher vorher nach den Namen ihrer potenziellen Gesprächspartner. Wichtig ist dabei nicht der Familienname, sondern der Name des Vaters mit vorangestelltem Vornamen und angehängter Endsilbe „…owitsch“ bei Männern bzw. „…ovna“ bei Frauen. Wenn beispielsweise Nataliya Makarowas Vater Valentin heißt, wird sie in der Anrede mit „Guten Tag, Nataliya ValentinOVNA“ angesprochen. Dies entspricht dann auch gleich die „Sie“-Form, es wird nicht das Wort „Frau“ vorangestellt 

 

Tischsitten 

Der Gebrauch von Besteck usw. ist ähnlich wie in Deutschland, wobei das Messer etwas seltener benutzt wird und vieles mit der Gabel (bez. mit dem Löffel) gegessen und auch zerkleinert wird. Die russische Küche ist reichhaltig und aufgrund des enormen Fettgehalts für Ungeübte gewöhnungsbedürftig. Die Portionen sind riesengroß, es wird aber durchaus akzeptiert, wenn man nach ausgiebigem Genuss satt ist und weiter gute Gaben ablehnen muss. Um das Probieren allerdings kommt man nicht herum, das wäre unhöflich. 
Wodka ist allgegenwärtig und wird in für unsere Verhältnisse unvorstellbaren Mengen getrunken. Ausländer müssen mit diesem „Wässerchen“ (Übersetzung von „Wodka“) äußerst vorsichtig sein, zumal es nicht selten aus vollen Wassergläsern in einem großen Schluck getrunken wird. 

Als Regel für den Wodka-Genuss gilt: 
1. Er wird erst nach einem Trinkspruch (russ. „Tost“), der die Kinder, das Wetter, die Regierung oder was auch immer hochleben lässt, getrunken. 
2. Es wird stets gleichzeitig getrunken und gegessen. Also: Zu jedem großen Schluck gehört ein Häppchen Essen, z.B. die beliebten Essiggurken. Geübte Zecher trinken gleich zum Wodka die Flüssigkeit der eingelegten Gurken. Das ist auch das wirksamste Mittel gegen den Kater am nächsten Morgen, da so das Mineralien-Defizit des Körpers ausgeglichen wird. Dieses gilt als Hauptursache für alkoholische Beschwerden. Häufiger als Kaffee wird Tee getrunken, auch in ganz ungewöhnlichen Kombinationen zum Essen. Ölsardinen zum schwarzen Tee sind nichts Ungewöhnliches. Es darf während des gesamten Essens geraucht werden. 

 

Dress-Code 

Grundsätzlich liegt man mit eher konservativer Kleidung nie falsch. Sie sollten sich daher für korrekte Kleidung mit konservativen Schnitten und gedeckten Farben entscheiden. Das Tragen von Shorts, kurzen Kleidern und zu weit ausgeschnittenen Kleidungsstücken sollten Sie vermeiden. Das ist besonders beim Besuch einer orthodoxen Kirche zu beachten. Dort müssen alle Frauen ein Kopftuch tragen. Auf besonders teure Marken und extravaganten Schmuck sollte verzichtet werden. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Besucher sind immer wieder von der selbstverständlichen Gastfreundschaft beeindruckt. Es wird aufgetragen, was Küche und Keller hergeben und dies, bis sich die Tische biegen. Das gilt selbst für die ärmsten Familien, die nach ihren Möglichkeiten ihre Gäste verwöhnen. Im gegenseitigen Umgang ist man recht konservativ, das Anrühren der Privatsphäre sollte man vermeiden. In der Regel ziehen Besucher vor dem Betreten einer Wohnung die Schuhe aus. Normalerweise bieten die Gastgeber den Gästen Erfrischungen an, deren Ablehnung aber nicht unbedingt als Unhöflichkeit gewertet wird. Geschenke spielen im gesamten russischsprachigen Raum eine sehr wichtige Rolle. Als Gastgeschenke bieten sich nützliche (Haushalts-)Gegenstände, aber auch hochwertige Lebensmittel und Spirituosen an. Wodka gehört allerdings nicht dazu, da er so billig wie Mineralwasser zu haben ist. Auch Blumen sind beliebt. (Ausnahmen: siehe „Tabus“) Kinder freuen sich über Spielzeug und Schokolade. Geschenke müssen nicht unbedingt verpackt sein. Wer dennoch auf eine Verpackung nicht verzichten möchte, sollte eine transparente wählen. Der Beschenkte soll möglichst schon beim Empfang wissen, was er erhält. Dies erleichtert ihm die Danksagung schon bei Erhalt des Geschenkes, denn es wird nicht immer sofort geöffnet, sondern zunächst beiseite gelegt. 

 

Trinkgeld 

10 Prozent sind üblich. In einigen Hotels in Moskau und anderen Großstädten werden 10 bis 15 Prozent auf die Rechnung aufgeschlagen. 

 

Businessgepflogenheiten 

Amtssprache ist Russisch. Französisch und Englisch werden zum Teil gesprochen. Besser ist es aber, einen Dolmetscher zu Rate zu ziehen. Von Vorteil ist auch, wenn Sie Visitenkarten in Russisch und Englisch mitbringen. Ihre Geschäftspartner erwarten von Ihnen absolute Pünktlichkeit. Es ist ratsam, sich vereinbarte Termine noch einmal bestätigen zu lassen. 

Verhandlungen 
Verhandlungen dauern wesentlich länger als bei uns, sie werden häufiger durch gemeinsame Restaurantbesuche unterbrochen. Aufgestellte Zeitpläne sind nicht unbedingt bindend, man geht pragmatisch und wesentlich flexibler als bei uns damit um. Erweist sich eine Idee als nicht tragfähigt, wird sie zugunsten neuer Ziele schnell fallen gelassen. Die Kommunikation verläuft deutlich ruhiger als bei privaten Anlässen. Klare Ablehnungen gibt es ebenso wenig wie spontane Begeisterung oder Kritik. Probleme werden oft „ausgesessen“. Wichtig ist Vertrauen und die persönliche Beziehung. Dabei kommt es häufiger als bei uns zu körperlichen Berührungen als Zeichen der Wertschätzung. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Obwohl der Wodka-Genuss im internationalen Vergleich exorbitante Ausmaße angenommen hat (die durchschnittliche Lebenserwartung russischer Männer ist deshalb mittlerweile auf 59 Jahre gesunken) gibt es ein wichtiges Tabu: Alkohol darf immer nur in Gesellschaft getrunken werden, niemals allein. Der Tourist, der gutmütig erzählt, er habe in der Hotel-Minibar einen besonders leckeren Whisky entdeckt, katapultiert sich mit diesem Geständnis ins gesellschaftliche Aus.
  • Achtung: niemals gelbe Blumen verschenken! Sie verheißen Unglück. Wer beispielsweise eine Beziehung beenden will, verschenkt als Symbol der Trennung gelbe Blumen. Wer diese Farbe also aus Unwissenheit wählt, beschwört nach dem Volksglauben für eine Partnerschaft größtes Unheil herauf. 

 

Tipps 

  • In manchen Reiseführern steht: „Firmengeschenke werden gern angenommen.“ Hinter dieser feinen Formulierung verbirgt sich etwas, über das niemand gern spricht, da aber alle erwarten: Bakschisch. In allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion kommt man damit einfach weiter, bzw. ohne läuft gar nichts.
  • Man wird es positiv anerkennen, wenn Sie wenigstens ein paar Worte Russisch sprechen. 
  • Humor ist ein wichtiger „Türöffner“ zu russischen Herzen, deutsches Problembewusstsein und Griesgrämigkeit kommen nicht gut an.

 

Saudiarabien

Begrüßung

Männer schütteln sich bisweilen die Hand. Der Händedruck ist weniger fest als bei uns, dauert dafür aber wesentlich länger. Vorzeitiges Zurückziehen gilt als unfreundlich und abweisend. Verbreitet ist es auch, bei der Begrüßung die Hand ans Herz zu legen. Auf diese Weise drücken Araber Anerkennung und Herzlichkeit aus. Als Mann einer Frau die Hand zu reichen, wäre ein grober Fehler. Man beschränkt sich auf ein Nicken und wartet, ob die Frau evtl. von sich aus einen Handschlag anbietet. Der Augenkontakt sollte dabei allerdings so kurz wie nur irgend möglich ausfallen. Titel sind wichtig und werden in der Anrede genannt und auf Visitenkarten angeführt. Wenn Ihr männlicher Gesprächspartner zu einer Umarmung ansetzt, muss diese unbedingt herzlich erwidert werden. Es ist dies ein Zeichen besonderer Vertrautheit und Wertschätzung.

 

Tischsitten

Normalerweise wird mit der rechten Hand gegessen. Dabei kann Brot als Ersatzlöffel dienen. Man reißt ein Stück Brot ab, und führt damit das Essen (immer nur mit der rechten Hand) zum Mund. Aber Vorsicht: Niemals dasselbe Stück Brot mehrmals in ein Gericht tunken! Für ausländische Besucher steht Besteck zur Verfügung. Oft werden Mahlzeiten auf dem Boden oder einem Kissen sitzend eingenommen. Vor jedem Essen, aber auch sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit, gibt es die traditionelle Tee- oder Kaffeerunde. Sie zieht sich in der Regel über drei Tassen hin. Wer nichts mehr zu trinken wünscht, schwenkt seine Tasse hin und her. Dies ist für das Personal das Zeichen, dass nicht nachgeschenkt werden soll.

 

Dress-Code

Frauen sollten sich eher konservativ kleiden und so wenig Haut wie möglich zeigen. „Oben ohne“ zu baden ist überhaupt kein Thema. Männer sollten sich in der Öffentlichkeit nicht mit bloßem Oberkörper zeigen. Männer in Shorts sind in arabischen Augen lächerlich, weil man Shorts als Unterhosen trägt. In den Emiraten müssen ausländische Frauen in der Öffentlichkeit nicht verschleiert auftreten. Doch sollten sie sich möglichst bedeckt halten.

 

Einladungen und Gastgeschenke

Einladungen in Privathäusern sind selten, die Bewirtung findet meist in Hotels oder Restaurants statt. Gehen Sie mit großem Appetit zur Einladung, denn durch den Verzehr großer Mengen zeigen Sie Gefallen und zollen Respekt. Ein kleines Firmengeschenk oder ein Mitbringsel aus der Heimat wird gern genommen. Bei einer privaten Einladung zieht man die Schuhe vor dem Haus aus. Nach dem obligatorischen Kaffee oder Tee folgt das Essen. Davor wäscht sich jeder die Hände in einer Wasserschüssel, die herumgereicht wird. Am Ende einer Mahlzeit waschen sich alle erneut die Hände. In sehr streng gläubigen Familien kann es auch passieren, dass Männer und Frauen getrennt essen. Eine Einladung, auch eine spontan ausgesprochene, auszuschlagen, ist ein Fauxpas.
Einer Einladung sollte eine Gegeneinladung folgen. Wer eingeladen ist, bringt ein Geschenk mit. Blumen und vor allem Alkohol stehen nicht auf der Hitliste, sondern schon eher Konfekt oder Souvenirs aus Deutschland.

 

Trinkgeld

Kellner, Hotelportiers und Taxifahrer erwaten 10 bis 15 Prozent.

 

Businessgepflogenheiten

Amtssprache ist Arabisch. Englisch wird in Geschäftskreisen gesprochen. Einen versierten Dolmetscher sollten Sie zu wichtigen Verhandlungen an Ihrer Seite wissen. Bevor man auf Geschäfte zu sprechen kommt, gibt’s erst einmal Tee und ausgiebigen Smalltalk. Pünktliches Erscheinen und das Einhalten von Terminen sollte für Sie ein Muss sein. Allerdings sollten Sie Gleiches nicht von Ihren arabischen Geschäftspartnern erwarten und sich daher in Geduld üben. Überhaupt ist bei Verhandlungen Geduld das Gebot der Stunde. Keine Zeit zu haben und auf Ergebnisse zu drängen hinterlassen einen denkbar schlechten Eindruck.
Der Körperkontakt unter Verhandlungspartnern ist näher als bei uns. Man sitzt auch wesentlich enger beieinander. Männer kleiden sich mit konservativen Anzügen und Krawatten. Frauen spielen im islamischen Geschäftsleben eigentlich keine Rolle. Ausländische Business-Frauen sollten daher schon in der vorbereitenden Korrespondenz deutlich auf ihr Geschlecht und ihre Kompetenzen/Position hinweisen.

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Während des RAMADAN sollten auch Besucher nicht in der Öffentlichkeit essen, trinken oder rauchen
  • Fotografieren: Es ist grundsätzlich angebracht, immer um Erlaubnis zu fragen, bevor man den Auslöser betätigt. Es ist verboten, Frauen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu fotografieren. Für militärische Anlagen, Einrichtungen in Grenznähe, Flughäfen und andere öffentliche Gebäude gilt ebenfalls Fotografierverbot.
  • Zeigen Sie Gesprächspartnern niemals die Fußsohlen, dies gilt als Beleidigung. Achten sie auch darauf, wenn Sie beim Sitzen die Beine übereinander schlagen. Wenn Sie auf einem Kissen oder auf dem Boden sitzen: am besten Schneidersitz einnehmen.
  • Niemals die („unreine“) linke Hand zum Essen, Schreiben, Begrüßen oder zum Überreichen von Geschenken benutzen.
  • Ungeduld stößt auf großes Unverständnis. Drängen Sie daher niemals auf eine schnelle Entscheidung. Druck bewirkt überhaupt nichts. Sie würden Ihren Gesprächspartner nur schwer irritieren.
  • Zärtlichkeiten auf offener Straße sind ebenfalls tabu.
  • Männer sollten einheimische Frauen auf keinen Fall auf der Straße ansprechen und sei es nur, um den Weg zu erfragen.
  • Nichtraucherzonen sind ausgeschildert und sollten beachtet werden.

 

Tipps

  • Saudi-Arabien, Dubai, Sharjah und Abu Dhabi gehören zu den Staaten Arabiens, die als relativ liberal gelten. Ausländer müssen sich also nicht strikt an die islamischen Regeln halten. Aber auch wenn nicht gleich scharfe Sanktionen wie z.B. im Iran bei Verstößen drohen, ist es ein Gebot der Höflichkeit, sich den Umgangsformen anzupassen.
  • Saudi-Arabien lebt nach streng islamischen Bräuchen. Das Land ist eine absolute Monarchie, der König hat die größte Macht. Nominell ist er auch geistliches Oberhaupt des Landes. Diese absolute Struktur ist ebenso in den Familiengemeinschaften üblich. Selbstverständlich ist, dass die Männer an Entscheidungsvollmacht weit über den Frauen stehen.
  • Wichtig: Wenn Sie zur Zeit des RAMADAM (Fastenzeit) unterwegs sind, dann sollten Sie nicht in der Öffentlichkeit essen. Schließlich dürfen Moslems zu dieser Zeit erst nach Anbruch der Dunkelheit wieder etwas zu sich nehmen.
  • Alkohol darf in der Öffentlichkeit nicht getrunken werden. Privat und in lizenzierten Lokalen, Bars und Clubs wird er jedoch legal serviert.
  • Wenn Sie eine Moschee besuchen, dann erst einmal die Schuhe ausziehen. Frauen dürfen gewöhnlich nicht in den Hauptbereich, wo die Männer beten.
  • Frauen sollten vermeiden langes Haar offen zu tragen und Männer direkt in die Augen zu blicken. Haare gelten als erotisches Symbol und direkter Blickkontakt wird als sexuelle Annäherung interpretiert.

 

Skandinavien

Begrüßung 

Dänemark 
Beim Kennenlernen oder bei formellen Anlässen reicht man sich die Hand, ansonsten wird auf diese Art der Begrüßung keinen großen Wert gelegt. 

Schweden 
In Schweden begrüßt man sich mit „Hej“, was so viel wie „Hallo“ bzw. „Guten Tag“ bedeutet. Der Gebrauch des Vornamens ist sehr gebräuchlich, bedeutet jedoch nicht gleich Verbrüderung. 

Finnland 
Bei der Begrüßung ist ein Händedruck üblich und die allgemeine Grußformel lautet „Hyvää päivä“ oder einfach „päivä“ und bedeutet „Guten Tag“. Im Geschäftsleben legt man großen Wert auf eine förmliche Anrede. Träger eines Offiziers- oder Ehrentitels sollten auch mit deren Titeln angesprochen werden. In privaten Kreisen ist das zwangslose Ansprechen mit Vornamen weit verbreitet. 

Norwegen 
In Norwegen begrüßt man sich mit Handschlag und der Begrüßungsformel „Hey“ oder „God Dag“. 

 

Tischsitten 

Die Tischsitten bzw. Manieren sind die gleichen wie im übrigen „Nordeuropa“. Zugeprostet wird mit dem Wort „Skol“. Die Gäste trinken üblicherweise erst nachdem der Gastgeber sein Glas erhoben hat und der Toast ausgebracht wurde. 

 

Dress-Code 

Bei der Garderobe herrscht in Skandinavien die gleiche Kleiderordnung wie bei uns in Österreich. Legere Kleidung wird überall akzeptiert, elegante Abendkleidung ist nur bei besonderen, offiziellen Anlässen und in exklusiven Hotels und Restaurants erwartet. In diesen Fällen ist dunkle Kleidung passend. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Vor dem Betreten der Wohnung ziehen die Gäste ihre Schuhe aus. Bei Verspätungen sollten die Gastgeber informiert werden. Als Gastgeschenk eigenen sich Wein, Blumen oder Spirituosen und den Gastgebern sollte ausdrücklich für die Einladung gedankt werden. 

 

Trinkgeld 

In Dänemark und Finnland sind Trinkgelder nicht üblich, da das Trinkgeld bei Restaurants und Hotels und Taxis bereits inkludiert sind. Gepäckträger und Personal in öffentlichen Toiletten erwarten jedoch ein kleines Trinkgeld. 
In Schweden erwarten die Taxifahrer ein Trinkgeld von mindestens 10%. Obwohl das Trinkgeld in den Restaurant- und Hotelrechnungen bereits inkludiert ist, ist es durchaus üblich bei besonders gutem Service noch extra Geld zu geben. 

 

Businessgepflogenheiten 

Im Geschäftsleben ist Pünktlichkeit besonders wichtig und die Büros schließen normalerweise gegen 16 Uhr. Auch zwischen 11.30 Uhr und 14.30 Uhr sollten keine Termine gelegt werden, da diese Zeit für die Mittagspause reserviert ist. In den Sommermonaten Juli und August ist das Geschäftsleben eher ruhig. In Skandinavien kommt dem Smalltalk keine besondere Wertigkeit zu, bei Geschäftsbesprechungen kommt man sehr schnell zur Sache. 
Weiters gelten mündliche Absprachen genauso viel wie schriftliche. Geschäftliche Dinge werden auch gerne in Restaurants besprochen, Einladungen nach Hause sind nicht unüblich. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Für Skandinavien generell gilt: Diskussionen über die Integration in die EU oder die Bedeutung von Großmächten sollten vermieden werden. 
  • Es wird Wert auf eine gewisse persönliche Distanz gelegt, deshalb sollte auf detaillierte Fragen nach familiären Verhältnissen verzichtet werden. 
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln, vielen öffentlichen Gebäuden, sowie am Arbeitsplatz ist das Rauchen untersagt. 

 

Tipps

  • Da Alkohol sehr teuer ist, ist Hochprozentiges als Geschenk sehr gerne gesehen.
  • Wenn Sie Pluspunkte sammeln wollen, vergleichen Sie Kopenhagen, Helsinki oder Stockholm mit Paris - das nächste Skol wird sicher an Ihre Adresse gehen. 
  • Skandinavier schätzen einen offenen, direkten und ehrlichen Kommunikationsstil

 

Spanien

Spanien, das Land von Sonne, Strand und Meer, des deftigen Essens und der Fiestas. In Spanien scheint das Leben leicht, fröhlich und beschwingt zu sein und Gastfreundschaft ist für die Spanier traditionell ein hohes Gut. Doch auch in dem scheinbar idealen Urlaubsland gibt es einige Eigenheiten, die es zu berücksichtigen gilt:

 

Begrüßung 

Der Händedruck wird in Spanien nur unter Männern verwendet. Frauen begrüßen einander mit Wangenküsschen. Wenn Spanier einander vorgestellt werden, sagen sie „Encantado de conocerle“ („Erfreut, Sie kennen zu lernen“). Außer im Freundeskreis und unter Verwandten spricht man sich mit dem Nachnamen an, dem „Senor“ („Herr“), „Senora“ („Frau“) oder „Senorita“ („Fräulein“) vorangestellt wird. Die Titel „Don“ und „Dona“ in Verbindung mit dem Vornamen dienen in manchen Regionen als besonders respektvolle Anrede. 

 

Tischsitten 

Einladungen in Restaurants sind häufig. Der Gastgeber übernimmt die Rechnung. Einzelrechnungen sind absolut unüblich. Alkohol wird immer nur im Zusammenhang mit Speisen getrunken. 

 

Dress-Code 

In Touristenzentren herrscht in Kleidungsfragen längst Narrenfreiheit. Wer aber mit Spaniern privat in Kontakt treten oder andere Landesteile kennen lernen will: Stilvolle Kleidung wie in Italien oder Frankreich ist angebracht. Bei Männern werden zu offiziellen Terminen Jackett und Krawatte erwartet. Business-Frauen sind mit klassischen Kostümen passend gekleidet. Abendkleidung ist nur bei besonders förmlichen Veranstaltungen vorgeschrieben. Insgesamt kleiden sich Spanier aber eleganter als Deutsche. Diese machen sich insbesondere mit typischer „Touristenkleidung“ wie Shorts, Spaghetti-Tops, Unterhemden, Stoff-Sonnenhütchen, Jogginghosen und dergleichen Undelikatessen lächerlich. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Seien Sie zum verabredeten Zeitpunkt zur Stelle, wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihr Gesprächspartner das so genannte akademische Viertel für sich in Anspruch nimmt. Bei einem offiziellen Abendessen weisen die Gastgeber ihren Gästen die Plätze an, bei dem sich Frauen und ältere Menschen zuerst setzen. Übrigens: Das Abendessen wird in Spanien erst um 22:00 Uhr serviert (nach Geschäftsschluss). Als Gastgeschenke eignen sich Wein, Pralinen und Blumen. Schenken Sie jedoch keine Chrysanthemen, sie gelten als Friedhofsblumen. 

 

Trinkgeld 

Das Bedienungsgeld ist in den Hotelrechnungen enthalten, trotzdem ist es üblich, dem Zimmerpersonal ein kleines Trinkgeld zu hinterlassen. Auch die Gepäckträger erhalten eine kleine Summe. In den meisten Restaurants ist die Bedienung in der Rechnung enthalten; Trinkgeld wird nach eigenem Ermessen gegeben. In Cafés und Bars hinterlässt man etwas Kleingeld. Taxifahrer und Taxameter erwarten etwa 5 bis 10 Prozent Trinkgeld. 

 

Businessgepflogenheiten 

Amtssprachen sind Spanisch (Kastilianisch), Katalanisch, Galizisch und Baskisch. Verhandelt wird allerdings in Englisch. Terminvereinbarungen und Visitenkarten sind üblich. Denken Sie bei geschäftlichen Verabredungen daran, dass aufgrund des Klimas von 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr allgemeine Mittagspause ist. Der Geschäftstag endet in der Regel dafür erst um 22 Uhr. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Spanien ist kein Nationalstaat, sondern ein Nationalitätenstaat. Die Einwohner Spaniens sind zu 20 Prozent Katalanen, zu 7 Prozent Galizier, zu 70 Prozent Kastilier und zu 3 Prozent Basken. Jede dieser Gruppen unterscheidet sich in Tradition und Sprache und ist stolz auf ihre Herkunft. Aus diesem Gründen sollten Verallgemeinerungen vermieden werden. 
  • Katalanisch ist zwar dem Spanischen enge verwandt (vergleichbar etwa wie Niederländisch und Deutsch), es ist aber kein Spanisch, sondern eine eigenständige Sprache. Dies gilt auch in besonderem Maße für Baskisch, das mit keiner indogermanischen Sprache verwandt ist, sondern ein in Europa einzigartiges Idiom darstellt. 
  • Vermeiden Sie auf jeden Fall jede Kritik am Stierkampf, thematisieren Sie nicht den Terrorismus und achten Sie auf religiöse Riten und Gebräuche. 
  • Obwohl bei fast jeder Gelegenheit Alkohol getrunken wird, verliert sofort jeder an Ansehen, der angetrunken wirkt. „Einen über den Durst“ zu trinken gilt als unschicklich. 

 

Tipp

  • Die Siesta ist heilig. Von 14 Uhr bis 17 Uhr gibt es keine Telefonate, Besuche oder Verabredungen.

 

Südafrika

Begrüßung 

Händeschütteln ist eigentlich – besonders unter Weißen – nicht üblich. Es bürgert sich jedoch zunehmend ein, in den ländlichen Regionen werden dabei auch beide Hände umfasst. Da in Südafrika viele verschiedene Ethnien beheimatet sind, weiß man nie genau, welches Begrüßungsritual der jeweilige Gesprächspartner bevorzugt. Es empfiehlt sich daher abzuwarten, wie das Gegenüber sich verhält. Die Anrede mit dem Vornamen erfolgt unter hierarchisch und gesellschaftlich Gleichgestellten relativ schnell und ist auch unter Geschäftspartner verbreitet. Es wird aber oft dennoch die Sie-Form gewählt, die sich durch die Beibehaltung von Titeln in Kombination mit dem Vornamen ausdrückt. 

 

Tischsitten 

Aufgrund der Zugehörigkeit Südafrikas zum britischen Kolonialreich sind mitteleuropäische Sitten üblich. Eine Ausnahme bildet die Möglichkeit, mit der rechten Hand ohne Zuhilfenahme von Besteck zu essen. Dies gilt insbesondere für die leckeren Curry-Gerichte mit Reis. 

 

Dress-Code 

Im privaten Bereich geht es sehr leger zu. Mit sportlicher Freizeitkleidung liegt man immer richtig. Businesskleidung ist konservativ, je nach Situation kann jedoch auch einmal auf die Krawatte verzichtet werden. Dies wird jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt, am besten an den Geschäftspartner orientieren. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Einladungen nach Hause sind nicht an der Tagesordnung, kommen aber durchaus vor. Man erscheint pünktlich. Ansonsten gelten britische Umgangsformen. Gastgeber erwarten nicht unbedingt ein Geschenk. Wenn Sie dennoch ein Präsent überreichen wollen, liegen Sie mit einer ausgesuchten guten Flasche Wein oder Literatur richtig. 

 

Trinkgeld 

10 Prozent vom Rechnungsbetrag ist üblich, wenn das Trinkgeld nicht im Preis enthalten ist. Portiers, Kellner und Zimmerservice-Personal, Gepäckträger und Taxifahrer erwarten ein Trinkgeld; in den Hotelrechnungen ist kein Bedienungsgeld enthalten. 

 

Businessgepflogenheiten 

Vorherige Terminvereinbarungen und Visitenkarten sind üblich. Pünktlichkeit ist selbstverständlich. In der Kommunikation wird besonderer Wert auf Freundlichkeit gelegt und das auch bei eventuell kontrovers geführten Diskussionen. Vergessen Sie daher niemals zu lächeln. Die Gesprächsführung ist weit weniger direkt als bei uns. Klare Ablehnungen gelten als unhöflich. Auf Kritik sollte ganz verzichtet werden. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Das Thema Apartheid ist sehr sensibel und daher unbedingt auszuklammern. 
  • Weiße Afrikaner sind gemäß den alten viktorianischen und niederländischen Umgangsformen etwas prüder als die schwarzen. Freizügiges Auftreten gleich welcher Art verbietet sich daher. „Oben ohne“ an öffentlichen Stränden ist verpönt. Für Anhänger der FKK gibt es extra ausgewiesene Zonen. 
  • Über Politik wird zwar gerne und heftig diskutiert, die Einmischung von ausländischen Gästen in entsprechende Themen kommt jedoch weniger gut an. 
  • Es wird ungern gesehen, wenn ausländische Besucher bettelnden Kindern Geld geben, da man diese dadurch zu einer Bettlerkarriere animiert.

 

Tipps

  • Im Allgemeinen und entsprechend der britischen Art legt man in Südafrika Wert auf Titel und Statussymbole. 
  • Das Wirtschaftsleben Südafrikas wird nach wie vor von Weißen bestimmt, die Politik eher von Schwarzen. 
  • Südafrikaner sind sehr sportinteressiert. Es empfiehlt sich, dazu Grundkenntnisse der südafrikanischen Sportszene zu erwerben. 

 

Südamerika

Unterschiedliche Sitten gibt es in Südamerika wie Sand am Meer. Jedes Land hat dabei seine eigenen. Wir haben Ihnen einige Punkte zusammengefasst, mit deren Hilfe Sie gut auf Ihren Aufenthalt in Südamerika vorbereitet sind. 
 

Begrüßung 

Die Südamerikaner sind generell für Ihre Offenheit und Lockerheit bekannt. In Europa übliche Distanzzonen fallen hier wesentlich geringer aus, was sich schon bei der Begrüßung bemerkbar macht. Umarmungen sind an der Tagesordnung, selbst wenn man sich noch nicht so lange kennt. Zwischen Frau und Mann oder zwei Frauen ist außerdem der Wangenkuss weit verbreitet. Im Gegensatz zu den uns bekannten zwei Küsschen gibt es in Südamerika nur eins, was Anfangs für Verwirrung sorgen kann. Körperlichen Kontakten bei der Begrüßung sollte man eher nicht ausweichen, das kann sonst schnell als Abneigung interpretiert werden. 

 

Tischsitten 

Kurze Kleidung, insbesondere bei Hosen, ist in Restaurants nicht gerne gesehen. Vor allem Abends darf die Kleiderwahl ruhig etwas schicker sein. Die Rechnung bezahlt der Gastgeber, wenn es keinen Gastgeber gibt wird der Betrag zusammengelegt. Getrennte Rechnungen gibt es nicht. In den meisten Ländern ist es außerdem eine Selbstverständlichkeit, dass der Mann bezahlt, selbst wenn er weniger verdient als die Frau. 

 

Dress-Code 

Prinzipiell ist in Kleiderfragen alles erlaubt, gerne darf es auch etwas knapper sein. Südamerikanerinnen kleiden sich gerne freizügig und achten sehr auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Kurze Röcke, glatt geföhnte Haare und regelmäßige Besuche im Nagelstudio stehen an der Tagesordnung. In vielen Ländern ist die Bademode sehr wichtig, auch hier liegt man mit knapp und modern auf jeden Fall richtig.

 

Einladungen und Pünktlichkeit 

Mit der Pünktlichkeit nehmen es die Südamerikaner nicht sehr genau. Ganz im Gegenteil: Bei privaten Verabredungen gehört es schon fast zum guten Ton, zumindest eine Stunde zu spät zu kommen. Bei geschäftlichen Terminen sollte man jedoch im Zweifelsfall pünktlich erscheinen. Fragen Sie am Besten vorher nach, ob die ausgemachte Zeit auch "en punto" gemeint ist. 
Überteuerte Gastgeschenke sind nicht notwendig, dafür kommen Freundlichkeit und Interesse an der Kultur sehr gut an. Die meisten Südamerikaner interessieren sich außerdem sehr für fremde Kulturen. Über Europa wissen Sie meistens relativ wenig Bescheid und sind so begeisterte Zuhörer, wenn man von zu Hause erzählt. Die besseren Lebensumstände in den USA und Europa sind für viele Südamerikaner ein Traum. 

 

Trinkgeld 

Trinkgeld ist auch in Südamerika sehr gerne gesehen. Vorsicht: Gibt man zu wenig erntet man schnell böse Blicke, gibt man zu viel outet man sich als betuchter Europäer und wird gerne über den Tisch gezogen. Ein guter Richtwert sind in etwa zehn Prozent. 

 

Tabus und Fettnäpfchen

  • Nationalstolz: Die meisten Südamerikaner reden gerne etwas negativer über ihr Land. Mit Kritik sollten Sie sich dennoch zurückhalten. Beklagen dürfen Sie das Wetter, das Verkehrschaos oder die wachsende Kriminalität. 
  • Viele südamerikanischen Länder sind ärmere Länder. Vermeiden Sie es, Ihren "europäischen Reichtum" öffentlich zur Schau zu stellen. Mit teuren Markenklamotten oder Taschen werden Sie schnell das Ziel von Taschendieben. Ein guter Tipp von uns: tragen Sie Ihre Tasche am besten immer in Greifweite und achten Sie auf Wertgegenstände.
  • Vor allem als Tourist ist man gut beraten Preise zu vergleichen. Oft werden Dinge an Touristen teurer verkauft als an Einheimische. Erkundigen Sie sich vorher nach den gängigen Preisen oder kaufen Sie wichtige Dinge im Beisein eines Ortskundigen. Leichter haben Sie es, wenn Sie in der Landessprache kommunizieren können.
  • Wer vor neun Uhr morgens Einkäufe erledigen will steht oft vor verschlossenen Türen. In den meisten Ländern ist es üblich, Geschäfte erst sehr spät aufzusperren. Dafür haben die meisten Supermärkte auch Sonntags geöffnet.
  • Den meisten Südamerikanern ist ihre Religion und der Ruf ihrer Familie sehr wichtig. Viele sind bekennende Katholiken und leben das auch - zumindest nach außen hin. Andere Ansichten sind ok, allerdings sollte man sich mit Diskussionen und Kritik zurückhalten.

 

Buen viaje! 
Boa viagem!

 

Türkei

Begrüßung 

Fremde und Geschäftspartner begrüßen einander durch Handschlag. Frauen und Männer reichen sich allerdings nur in westlich geprägten Gesellschaftskreisen die Hand. Am besten an den Geschäftspartnern orientieren. Der Blickkontakt zwischen Männern und Frauen sollte auf ein Minimum reduziert werden. Selbstbewusstes Auftreten von Frauen gegenüber Männern könnte zu Missverständnissen führen. Die Türkei ist immer noch stark patriarchalisch geprägt, von Frauen wird daher Zurückhaltung erwartet. 

 

Tischsitten 

Während der Fastenzeit sollten auch Besucher in der Öffentlichkeit tagsüber nicht essen, rauchen oder Alkohol trinken. Nach Einbruch der Dunkelheit darf dann wieder geschlemmt werden. Gegessen wird entweder mit Messer und Gabel oder mit der rechten hand. Niemals die linke Hand benutzen, sie gilt als unrein. Alkohol wird nur in lizensierten Restaurants und Bars ausgeschenkt. Naseputzen bei Tisch gilt als grober Fauxpas. Dazu erhebt man sich und entfernt sich vom Tisch oder sucht die Toilette auf. 

 

Dress-Code 

Freizeitkleidung wird in der Regel überall akzeptiert, Badekleidung, Shorts und entblößte Oberkörper sind jedoch ausschließlich dem Strandbereich vorbehalten. „Oben ohne“ wäre für Türkinnen unmöglich, Besucherinnen sollten sich ebenfalls zurückhalten. Diese Art von Freizügigkeit oder gar FKK ist fast in der gesamten Türkei verboten. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Türken sind sehr gastfreundlich und laden gerne ihre Besucher zu sich nach Hause ein. Beim Betreten der Wohnung ziehen Gäste ihre Schuhe aus und erhalten in der Regel spezielle Pantoffeln. Nur in sehr modern eingestellten Familien kann man die Schuhe anbehalten. Man sollte jedoch auch hier vorher fragen, wie die Gastgeber die „Schuhfrage“ behandeln. Angebotene Speisen und Getränke sollten stets angenommen werden, eine Zurückweisung verstößt gegen das Gastrecht und wird als sehr unhöflich empfunden. Als Gastgeschenk empfehlen sich Süßigkeiten, Schnittblumen oder Krawatten und Seidentücher. 

 

Trinkgeld 

Im Rechnungsbetrag von Hotels und Restaurants ist das Bedienungsgeld bereits enthalten. Dennoch erhalten Kellner 10 Prozent. bei Taxifahrern wird der Fahrpreis aufgerundet (bis 10 Prozent). Kofferträger bekommen einen Euro pro Gepäckstück, Zimmermädchen einen Euro pro Tag. 

 

Businessgepflogenheiten 

Als Bekleidung für Männer empfiehlt sich ein dunkler Anzug mit zurückhaltend designter Krawatte. Frauen kleiden sich vorzugsweise elegant, möglichst im Hosenanzug. Im Business wird zwar zuweilen Englisch oder sogar Deutsch gesprochen, mit türkischen Sprachkenntnissen erzielt man jedoch erhebliche Achtungserfolge. Ansonsten einen Dolmetscher hinzuziehen. Nach Möglichkeit sollten Sie auch einen Anwalt ihres Vertrauens an Ihrer Seite haben. Vereinbarungen immer schriftlich bestätigen und zweifelsfrei absichern lassen. Pünktlichkeit wird sehr geschätzt, auch türkische Geschäftspartner erscheinen pünktlich. Der Austausch von Visitenkarten ist üblich. Auf Visitenkarten sind auch Titel und Position aufgeführt. In den Sommermonaten sind Behörden und viele Büros nachmittags beschlossen. Die Öffnungszeiten werden jedes Jahr durch den jeweiligen Provinzgouverneur bestimmt. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Türken sind sehr patriotisch. Es gibt Gesprächsthemen, die man besser meiden sollte. Dazu gehören besonders die Kurdenfrage, der Zypernkonflikt und die Verfolgung der Armenier. 
  • Deutsche Ungeduld ist sehr unbeliebt, der türkische Zeitbegriff ist sehr flexibel und lässt auch Umwege und Ruhepausen zu. 
  • Wer auf einem Kissen oder auf dem Boden sitzt, darf niemals seinem Gegenüber die Schuhsohlen zeigen. Dies ist auch in der Türkei eine grobe Beleidigung. Nach Möglichkeit den Schneidersitz einnehmen. 
  • Das bei Tauchern gebrauchte „OK“-Zeichen, der Ring aus Zeigefinder und Daumen, ist eine schwere Beleidigung (vergleichbar mit ausgestrecktem Mittelfinger). 
  • Einheimische Cafès sind eine Männerdomäne. Als allein reisende Frau würde sie dort nur wenig Ruhe finden. Aber auch in Männerbegleitung ist weiblicher Besuch an solchen Orten sehr ungewöhnlich. Am besten beschränken Sie sich auf touristische Einrichtungen. 
  •  

Tipps 

  • Bevor Sie jemanden fotografieren, bitten Sie ihn um Einverständnis. Im Gegensatz zu anderen islamischen Kulturen ist die Angst, abgelichtet zu werden, weniger verbreitet. Oft bedankt sich sogar das „Model“ dafür, dass es fotografiert wurde. Wer vorbildlich höflich sein möchte, bittet um die Adresse des Abgelichteten und sendet ihm später Abzüge zu. In Moscheen und an militärischen Anlagen ist das Fotografieren verboten. 
  • Obwohl der Islam in der Türkei das gesellschaftliche Leben weitgehend bestimmt, ist die Türkei kein islamischer Staat. Religion und Regierung sind getrennt. Daher haben auch Ausländer weitestgehend „Narrenfreiheit“. Dennoch ist man gut beraten, den Bogen nicht zu überspannen und islamische Sitten und Gebräuche zu beachten. 
  • Feilschen ist in türkischen Bazaren ein Volksport, dem nichts Anrüchiges wie etwa in Deutschland anhaftet. Man sollte sich allerdings Zeit nehmen und nur bei echtem Kaufinteresse handeln. Der Kaufpreis sollte dann mindestens um ein Viertel unter der vom Händler ursprünglich geforderten Summen liegen.

 

Ungarn

Begrüßung 

Männer grüßen einander mit einem sehr kräftigen Händedruck bei Frauen fällt er etwas leichter aus. Titel wie Doktor oder Professor werden in Kombination mit dem Nachnamen verwendet. Mit dem Vornamen grüßen sich nur gute Freunde und Verwandte. 

 

Tischsitten 

Beim Essen werden Trinksprüche auf die Gäste oder eine gute Zusammenarbeit ausgebracht. Man sollte für solche Gelegenheiten einige Worte vorbereiten, da Trinksprüche erwidert werden müssen. „Egészségünkre“ heißt „Zum Wohl“. 

 

Dress-Code 

Im Geschäftsleben gilt die gleiche Kleiderordnung wie in Österreich. Im Zweifelsfall eher formal als leger. Auf Einladungskarten werden keine Angaben über die erwünschte Garderobe gemacht. Am besten wählen Sie dann ein elegantes, nicht zu offizielles Outfit. Bei privaten Anlässen geht es sehr leger zu. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Die ungarische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich. Häufig werden die Gäste zu Restaurantbesuchen eingeladen. Auch Einladungen nach Hause werden gerne ausgesprochen. Es wird Wert auf pünktliches Erscheinen gelegt. Der erste Besuch ist in der Regel kurz, er dauert nur bis nach dem Kaffee. An Wochentagen verabschieden sich Gäste wegen des frühen Arbeitsbeginns am nächsten Tag bis spätestens 23.00 Uhr. Die Umgangsformen bei privaten Anlässen sind locker und humorvoll. Kleine Gastgeschenke sind üblich, ganz besonders, wenn man zum Essen eingeladen wird. Es bieten sich Souvenirs aus der Heimat oder Cognac an. Der Wert des Geschenks ist nicht entscheidend. 

 

Trinkgeld 

Kellner, Taxifahrer und Hotelpersonal erwarten ein Trinkgeld. Zum Rechnungsbetrag werden 10 bis 15 Prozent addiert. 

 

Businessgepflogenheiten 

Termine müssen vorher vereinbart werden. Pünktlichkeit wird sehr geschätzt. Visitenkarten werden viel benutzt; es empfiehlt sich, eine ausreichende Anzahl mit ungarischer Übersetzung bereitzuhalten. Auf den Visitenkarten sind Titel und Positionen vermerkt. Auf formelle Kleidung wird Wert gelegt. Ungarische Geschäftsleute sind sehr freundlich, die Umgangsformen sind wesentlich formaler als im Privatbereich. Gespräche werden direkt und offen geführt. Ein wenig Unterstatement kommt besser an als die offene Zurschaustellung von persönlichen oder beruflichen Verdiensten und Qualifikationen. Wichtig ist besonders der persönliche Kontakt unter Geschäftsleuten. Daher werden Meetings oft durch Restaurantbesuche unterbrochen. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Statusprahlereien sind sehr unbeliebt. 
  • Humorlose Menschen haben es in Ungarn schwer. 

 

Tipps 

  • Die ungarische Sprache ist für uns sehr schwer zu erlernen, da sie der finnisch-ugrischen Sprachfamilie angehört und mit den bekannten europäischen Sprachen nicht verwandt ist. Gerade deshalb wird es sehr geschätzt, wenn Gäste wenigstens einige Worte ungarisch beherrschen. 
  • Ungarn verfügt über eine kreative und sprachbegabte Technikerelite. Dieses Thema sowie der enorme technologische und politische Aufschwung der letzten Jahre bieten ein weites Feld für Komplimente an die ungarischen Gastgeber.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen Gebäuden ist das Rauchen verboten; in Fernverkehrszügen darf man dagegen rauchen.

 

USA

Begrüßung 

In den USA begrüßt man einander mit einem Handschlag. Der Händedruck ist fest und wird von einem intensiven Augenkontakt begleitet. Zunächst stellt man sich mit Vor- und Nachnamen vor, jedoch wird in der Regel sehr schnell zum Vornamen gewechselt. Dies wird nicht als Verbrüderung angesehen, man unterscheidet sehr fein zwischen engen Freunden und dem weiteren Bekanntenkreis. Zunächst stellt man sich selbst dem ranghöchsten (Geschäfts-) Partner vor, diesen macht man dann in der Rangfolge seiner Stellung mit seinen Begleitern bekannt. Wichtig! Auch wenn man sich nur flüchtig auf der Straße trifft, so werden doch alle Beteiligten einander vorgestellt. Titel und Adelsprädikate hingegen spielen keine Rolle, sie werden weder in der Anrede verwendet noch auf Visitenkarten angegeben. 

 

Dress-Code 

Der Dress-Code ist in den USA wesentlich legerer als in Westeuropa. Fast überall ist bequeme Freizeitbekleidung passend. Selbst in Restaurants sind Holzfällerhemd und Baseballkappe nicht fehl am Platz. In vornehmen Restaurants, bei Geschäftsmeetings und offiziellen Anlässen sind Anzug und Krawatte jedoch ein Muss. 
Bei besonders festlichen Anlässen ist für die Damen ein Abendkleid und für Herren ein Smoking oder Tuxedo (Anzug mit Rüschenhemd) zu empfehlen, da solche Anlässe wesentlich eleganter als in Österreich sind. Wer die USA für ein freizügiges Land hält, wird am Strand erstaunt feststellen, dass dem nicht so ist. „Oben ohne“ ist ein absolutes Tabu und FKK völlig undenkbar. 

 

Einladungen und Gastgeschenke 

Man wird zwar dauernd von jemandem nach Hause eingeladen, jedoch ist „Komm doch mal vorbei“ keine wirkliche Einladung, da dies von Amerikanern als Höflichkeitsfloskel verwendet wird. Wenn nicht sofort ein konkreter Termin dazu genannt und später telefonisch oder schriftlich bestätigt wird, war sie mit Sicherheit nicht ernst gemeint. Eine „echte“ Einladung ist dafür aber Zeichen großer Wertschätzung. In diesem Fall empfiehlt sich pünktliches Erscheinen. Abgesehen davon sind die Umgangsformen ähnlich den österreichischen. Es geht nur etwas lockerer und humorvoller zu, Problemgespräche zu führen ist eher unbeliebt. Als Gastgeschenke empfehlen sich Souvenirs aus dem Heimatland und Wein, Konfekt oder ein Blumenstrauß. 

 

Trinkgeld 

In den USA ist das Bedienungsgeld nicht in der Rechnung inkludiert. Deswegen ist ein Trinkgeld von 15%, bei besonders gutem Service 20% des Rechnungsbetrages üblich. Bei besonders schlechter Bedienung wird das Trinkgeld auf 10% gekürzt, jedoch wird nie vollkommen darauf verzichtet. Zu beachten ist weiters, dass das Trinkgeld stark von der jeweiligen Region abhängt, in der Sie sich befinden. In New York zum Beispiel ist 20% der Mindestbetrag für jedes Trinkgeld. Friseure und Taxifahrer bekommen 15% und ein Gepäckträger einen Dollar pro Gepäckstück. 

 

Tabus und Fettnäpfchen 

  • Religion ist in den USA eine Privatangelegenheit, über die man nicht spricht. 
  • Es gilt in den USA als unhöflich, beleidigt zu reagieren, schlechte Laune zu zeigen oder häufig zu kritisieren. 
  • Gespräche auf dem Flur, zwischen Tür und Angel oder über Schreibtische hinweg gelten als unhöflich. Wer etwas zu besprechen hat, nimmt sich dafür Zeit und schafft eine angenehme Gesprächsatmosphäre durch ansprechendes Ambiente. Man zieht sich dazu in eine entsprechende Besprechungsecke zurück. 
  • Wichtiges Kommunikationsmittel sind Mimik und Gestik. Wie man etwas sagt, ist fast noch wichtiger als was man sagt. Am wichtigsten ist es Selbstbewusstsein auszustrahlen. Unter anderem wird dies durch intensiven Augenkontakt vermittelt.
  • Die rechte Hand während eines Gesprächs in der Hosentasche zu halten, gilt ebenso wie in Großbritannien nicht als unhöflich. Erst wenn beide Hände in die Hosentaschen gesteckt werden, wird es als unhöflich angesehen. 

 

Tipps 

  • Aufgrund der großen Vielzahl an einschlägigen Gerichtsurteilen hat sich besonders unter Männern in den USA die Angst verbreitet, wegen sexueller Belästigung angezeigt zu werden. Deswegen werden zuvorkommende Gesten wie „Ladies first“, aus dem Mantel helfen, Tür aufhalten, usw. zunehmend vermieden. Als Frau dürfen Sie sich deshalb nicht wundern, wenn Männer Ihnen bei der Begrüßung zwar die Hand schütteln, es aber ansonsten bei einem flüchtigen Augenkontakt belassen

 

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